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Sanierung des Hochwasserschutzes Trier geht in die finale Phase

Stadtentwicklung : Bis Juni soll der Hochwasserschutz in Triers Norden fertig sein

SGD-Nord-Präsident Hüser besucht Baustelle.

(red) Die Sanierung des Hochwasserschutzes am Zurlaubener Ufer in Trier befindet sich in der Endphase. Nachdem im Herbst 2020 der erste Teil des zweiten und finalen Bauabschnitts beendet werden konnte, sind die Arbeiten auf dem zweiten Teil zwischen dem Freibad Nord und dem Ratio-Einkaufszentrum im vollen Gange. Uwe Hüser, der Präsident der bei der Maßnahme federführenden Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, machte sich jetzt vor Ort ein Bild von der Arbeiten, die im zweiten Quartal 2021 beendet werden sollen.

„Dass der Deich saniert wird, ist sehr wichtig, denn durch diesen werden schließlich 25 000 Menschen und zwei Krankenhäuser in den dahinter liegenden Stadtteilen im Fall eines Hochwassers vor Überflutungen geschützt“, sagt Hüser. „Durch die Sanierung stellen wir sicher, dass dieser Schutz auch bis zu einem Hochwasser, wie es das 1993 gegeben hat, gewährleistet werden kann.“

Geotechnische Untersuchungen und Standsicherheitsberechnungen hatten vor Jahren ergeben, dass der Schutzdeich zwischen der Kaiser-Wilhelm-Brücke und der Zufahrt zum Ratio-Einkaufszentrum an Standsicherheit verloren hat. Die Sanierung dieses etwas mehr als zwei Kilometer langen Bereichs wurde in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt (von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bis zur Jugendherberge) wurde im Herbst 2018 abgeschlossen. Der erste Teil des zweiten Bauabschnitts (zwischen der Jugendherberge und dem Freibad Nord) wurde im Herbst 2020 fertiggestellt. Zurzeit laufen noch die Arbeiten auf dem zweiten Teilstück des zweiten Bauabschnitts zwischen dem Freibad Nord und dem Ratio-Einkaufsmarkt, wo die Deichkrone wesentlich schmaler ist als im ersten Abschnitt.

Ein Problem für die Planer stellten in diesem Bereich des Deiches erneut die Bäume dar. Denn deren Wurzeln drangen tief in den Deich ein und gefährdeten dadurch dessen Standsicherheit. Um auch in diesem Abschnitt möglichst viele Bäume erhalten zu können, wurde im Bereich des Fast-Food-Restaurants die Sanierung des Deiches im Wesentlichen durch den Einbau einer Spundwand als Innendichtung durchgeführt. So haben Beschädigungen der Deichböschungen keine Auswirkungen auf die Standsicherheit des Hochwasserschutzes. Der Einbau der Spundwände musste wegen der Nähe zum Fast-Food-Restaurant möglichst erschütterungsarm erfolgen und wurde überwacht. Der gepflasterte Deichverteidigungsweg wird in der Nähe von vorhandenen Bäumen auf höhenverstellbaren Wurzelbrücken aus Stahlrosten gebaut.

Für die erfolgten Baumfällungen werden als Ersatzpflanzungen Spitz-Ahorne in die Lücken der bestehenden Baumreihen auf der Deichkrone und entlang des wasserseitigen Weges am Einkaufszentrum gepflanzt. Am Moselufer sollen landseitig der vorhandenen Ufersicherung aus Wasserbausteinen Schwarz-Erlen und Silber-Weiden eingesetzt werden. Zudem werden circa 125 Sträucher auf der landseitigen Deichböschung zwischen der Jugendherberge und dem Cusanushaus gepflanzt.

Hintergrund: Die Sanierung des Deichs zwischen der Jugendherberge und dem Ratio-Einkaufszentrum (zweiter Bauabschnitt) wird rund vier Millionen Euro kosten. 90 Prozent hiervon übernimmt das Land. Die Gesamtbaukosten für den ersten Bauabschnitt zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Jugendherberge beliefen sich auf circa 5,3 Millionen Euro. 4,5 Millionen Euro davon entfielen auf die wasserbaulichen Maßnahmen, die zu 90 Prozent vom Land Rheinland-Pfalz und zu zehn Prozent von der Stadt Trier getragen wurden. Die Kosten betrugen rund 800 000 Euro und wurden von der Stadt Trier und den Stadtwerken AöR getragen.

Weitere Informationen gibt es unter: www.sgdnord.rlp.de