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Sanierung Ehranger Autobahnbrücke: Das Problem sind die Auffahrten

Sanierung Ehranger Autobahnbrücke: Das Problem sind die Auffahrten

Mehr als 30 000 Fahrzeuge rollen täglich über die Ehranger Moselbrücke. Wenn diese in den Jahren 2015 und 2016 saniert wird, gibt es statt vier nur noch zwei Fahrspuren. Ist dann ein Verkehrschaos programmiert? Es wird nicht so schlimm wie befürchtet, besagt eine Studie des Büros V-Kon.

Trier/Longuich/Schweich. Longuich und Kirsch, das steht für Ortsbürgermeisterin Kathrin Schlöder außer Zweifel, gehören zu den Orten, die am meisten durch die Autobahn gebeutelt sind. Hohes Verkehrsaufkommen, Lärm, Abgase - mit diesen Themen hat sich der Gemeinderat schon oft beschäftigt. Der Wunsch nach einer Schallschutzmauer stieß bisher beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) auf taube Ohren. Nun will man wegen des Lärmschutzes einen neuen Vorstoß machen und gleichzeitig die Straßenplaner davon überzeugen, dass die gefährliche Doppelkreuzung im Bereich der Autobahnrampe A 1/L 151 durch einen Kreisverkehr entschärft wird (siehe Extra). "Wir wollen gewappnet sein, wenn der Verkehr durch die Sperrung der Ehranger Brücke weiter zunimmt", sagte Schlöder am Dienstagabend im Gemeinderat. Dem Raum Longuich-Schweich drohe ein Verkehrschaos.

Um verlässliche Zahlen über die Verkehrsströme zu bekommen, hatte der Gemeinderat das Büro V-Kon (Wasserbillig) mit einer Untersuchung beauftragt. Laut Markus Werhan von V-Kon befahren wochentags täglich zwischen 30 000 und 33 000 Fahrzeuge die Ehranger Brücke, davon viele Luxemburg-Pendler. Spitzenwerte gebe es im Berufsverkehr morgens zwischen sechs und acht Uhr in Richtung Luxemburg (A 64) und abends von 17 bis 19 Uhr in die entgegengesetzte Richtung (A 1 Koblenz und Saarbrücken). Werhan hält während der Sanierungsphase nicht den Verkehr auf der Brücke für problematisch ("Zwei Spuren schaffen 1500 Fahrzeuge in der Stunde"), sondern die Auffahrtsbereiche auf Ehranger und Kenner Seite. Wie die Zufahrten gelöst werden, darüber mache sich der LBM derzeit Gedanken, sagte Werhan.

Den besorgten Longuichern macht er Hoffnung: "Es wird zu zusätzlichen Belastungen kommen, aber nicht so viel, dass nichts mehr funktioniert." Die Erfahrung zeige, dass Autofahrer versuchten, den Verkehrsspitzen durch alternative Routen oder andere Fahrzeiten zu entgehen.

Laut Berechnungen des Büros V-Kon könnte Longuich für die Dauer der Brückenteilsperrung in Ehrang mit bis zu 70 Fahrzeugen pro Stunde aus und in Richtung Saarbrücken mehr belastet werden. Noch mehr Verkehr werde nach Schweich ausgelagert. Viele Autofahrer würden das Nadelöhr Ehranger Brücke über die Passage B 53/Nordumgehung Schweich/Autobahnauffahrt Leinenhof umfahren, meinte Planer Werhan. Dass Longuich wirklich so glimpflich davonkommt, glauben viele Ratsmitglieder nicht. Der Verkehr stehe jetzt schon oft auf der Ehranger Brücke, bemerkte Gerd Krewer. Der Rat beschloss, unter Mithilfe von Abgeordneten der Region beim LBM vorstellig zu werden. Ziele sind: Eine Schallschutzwand an der A 1 bei Kirsch (ähnlich wie sie in Schweich geplant ist), ein Tempolimit und ein "Flüsterbelag".Meinung

Das große Zittern
Kann sich noch jemand an das große Zittern vor dem Ausbau der B 51 am Trierer Berg erinnern? Das befürchtete Chaos blieb aus, die Sperrung verlief erstaunlich reibungslos. Das kann bei der Ehranger Brücke auch so sein, muss aber nicht. Denn die Wege der Autofahrer sind zu einem gewissen Teil unergründlich und nicht vorausberechenbar. Gerade wegen der langen Sanierungszeit von zwei Jahren und der großen Wichtigkeit dieses Verkehrsnadelöhrs wird es von entscheidender Bedeutung sein, was sich die Straßenplaner einfallen lassen. Die Baulogistik auf der schmalen Brücke, die engen Auf- und Abfahrten und die Ampeltaktung erfordern intelligente Lösungen. a.follmann@volksfreund.deExtra

Die unfallträchtige Doppelkreuzung an der Autobahnabfahrt in Longuich soll nach dem Willen des Gemeinderats Longuich durch einen Kreisel ersetzt werden. Wie eine Untersuchung des Büros V-Kon ergeben hat, sind Rückstaus bis in den jeweiligen anderen Knotenpunkt an der Tagesordnung. Von mehreren untersuchten Varianten empfiehlt das Büro einen fünfarmigen Kreisverkehr. Ob dabei die nach Riol führende L 145 als "Bypass" vorbeiläuft oder in den Kreisel integriert wird, soll noch geklärt werden. alf