Sanierungsprojekt mit Mehrwert: Auf der Konstantin-Basilika entsteht auch eine Seilsicherungsanlage

Unesco-Weltkulturerbe : Konstantin aufs Dach gestiegen: Trierer Basilika wird saniert (Fotos/Video)

Sanierungsprojekt mit Mehrwert: Auf der antiken Basilika entsteht eine Seilsicherungsanlage, die künftige Arbeiten erleichtert.

Das „Sorgen“ besteht aus umfangreichen Instandhaltungsarbeiten, für die der (erst in zwei Wochen komplett abgeschlossene) Bau des Gerüsts unabdingbare Voraussetzung ist. Brigitte Coen vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) Trier managt das 800 000-Euro-Projekt, das, wie LBB-Niederlassungsleiter Christoph Thein, betont, „zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt“. Denn neben diversen Sanierungsmaßnahmen an der Fassade, den Fenstern und einigen Fensterlaibungen, in denen 1700 Jahre alter Putz und Reste römischer Malereien erhalten sind, steht noch ein ganz spezielle Aufgabe auf dem Programm: Dank des Gerüsts kann auf dem Dach eine Seilsicherungsanlage installiert werden, in die sich künftig Handwerker wie Bergsteiger einklinken. Die in einigen Jahren fällige Sanierung des mit Ziegeln gedeckten Dachs kommt dann ohne Gerüst aus.

Auch im Inneren des antiken Gemäuers, das seit 1856 Evangelische Kirche Zum Erlöser ist, steht ein Gerüst. Es befindet sich an der Ostwand nahe der Apsis und ermöglicht den Zugang zum Dachraum. Dort werden Teile der Fichtenholz-Kassettendecke aus der Nachkriegszeit und deren Einbauten (Aufhängung der Leuchten, Seilwinde für das bei Konzerten genutzte Akustiksegel) ertüchtigt. Der LBB plant alle Arbeiten so, dass Gottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinde Trier, Konzerte und Tourismus „möglichst wenig beeinträchtigt werden“.

An der Basilika bröckelt und bröselt es. Deshalb sind die Instandhaltungsarbeiten dringend nötig, sagt Projektmanagerin Brigitte Coen vom LBB Trier. Foto: Roland Morgen
Firsthöhe 39,26 Meter, Länge 73,10 Meter, Breite 32,62 Meter: In die 1700 Jahre alte Konstantin-Basilika passt die Porta Nigra quer gestellt zwei Mal hinein. Foto: Roland Morgen
Das Gerüst im Inneren macht‘s möglich: Blick aus Deckenhöhe in die Apsis der Konstantin-Basilika. Foto: Roland Morgen

Für einen weiteren Bereich der aktuellen Instandhaltungsarbeiten ist kein Gerüst erforderlich, dafür aber Gelenkigkeit gefragt: Nur etwa 1,50 Meter hoch ist die Hypokausten-
ebene unterhalb des Basilika-Bodens, in dem sich imposante Reste der antiken Heißluft-Heizungsanlage befinden. Dieses Labyrinth erhält einen zweiten Fluchtweg und eine neue Beleuchtung. Apropos Gerüste: „Die sind bis Jahresende wieder weg“, verspricht Brigitte Coen.

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