Schach mit Noten und Klassenarbeiten

Schach mit Noten und Klassenarbeiten

An der Integrierten Gesamtschule in Trier wird Schach als Wahlpflichtfach unterrichtet. Damit ist die Schule bundesweit Vorreiter. In der Schachwelt wird die Premiere indes hochgelobt und viel beachtet.

Trier. Im vergangenen Jahr hat die Integrierte Gesamtschule (IGS) Trier beim rheinland-pfälzischen Bildungsministerium beantragt, Schach als Wahlpflichtfach an der Schule zuzulassen. Inzwischen liegt die offizielle Genehmigung vor, und Schach wird ´an der IGS unterrichtet.
Mit der Einführung des Fachs hat die Schule ein Alleinstellungsmerkmal. In der gesamten Bundesrepublik gibt es keine weitere, die Schach als normales Schulfach anbietet. Die Schachschüler üben aber nicht nur das Spiel, sondern schreiben auch Klassenarbeiten und bekommen Noten.
Der rheinland-pfälzische Schulschachreferent Bernd Mallmann, Lehrer an der Trierer IGS: "Ich finde es fantastisch, wie innovativ die IGS sich präsentiert hat und dass es möglich war, das Projekt anzugehen." Mallmann hatte den fast 70 Seiten starken Lehrplan dazu erstellt.
In der Schachwelt schlägt das Projekt inzwischen hohe Wellen. Zu dem deutschen Schulschachkongress wurde Mallmann als Referent eingeladen, um seinen Lehrplan vorzustellen. Zudem entwickelt er derzeit ein Lehrwerk, bestehend aus Schülerheften und dazugehörigen Lehrerbänden, um einen systematischen Schachunterricht zu gewährleisten.
Die IGS Trier hat sich auch mit der Schachgesellschaft Trier vernetzt. Wolfgang Langer, ausgebildeter Trainer und zweiter Vorsitzender des in der Bundesliga spielenden Vereins, unterrichtet an der Schule im Rahmen des Schachschwerpunkts und in Arbeitsgemeinschaften der fünften und sechsten Klassen.
Die Schachschüler der IGS haben fünf Jahre Schachunterricht, von der sechsten bis zur zehnten Klasse. Im aktuellen sechsten Schuljahr haben weit mehr als 40 Kinder Schach gewählt.
Begeistert von der Idee waren auch viele der rheinland-pfälzischen Schachfunktionäre. So ist Kurt Lellinger, Gründer und langjähriger Vorsitzender der Deutschen Schulschachstiftung, froh, dass die Ergebnisse der Olewiger Schulschachstudie auf diese Weise umgesetzt werden. Die Studie der Universität Trier zeigte positive Auswirkungen eines vierjährigen, regelmäßigen Schachtrainings von einer Stunde pro Woche anstelle einer Mathematikstunde. Die Kinder wurden in Mathematik trotz der Stundenkürzung besser. Auch bei der Lesekompetenz zeigten die Schachspieler überdurchschnittlich gute Leistungen. red

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