Kommentar: Schade ist es nur um das Blau

Kommentar : Schade ist es nur um das Blau

Als regelmäßiger Nutzer der Sportbahnen des Freibads Trier-Nord bin ich ein Fürsprecher, wenn es um die Erhaltung der traditionsreichen Anlage an der Mosel geht.

Aber auch unabhängig davon bleibt kaum ein stichhaltiges Argument, nicht für die Sanierung zu plädieren. Für die ist es allerhöchste Zeit. Das Becken muss immer wieder geflickt werden, die Technik funktioniert nur dank kurzfristiger Reparaturen, und das Gebäude wird dem Anspruch an eine möglichst energiesparende Anlage nicht gerecht. 

Das Freibad ist trotz dieser Schwächen ab dem späten Frühjahr ein beliebter und für alle Altersgruppen wichtiger Teil des Sport- und Freizeitangebots der Stadt Trier. Für die Menschen in Trier-Nord ist es noch mehr: Treffpunkt und Kommunikationszentrale. Wer schon einmal den Gesprächen der Frühschwimmer gelauscht hat oder Teil der von Personal und Gästen gepflegten täglichen Kaffeerunde war, kann das nicht abstreiten.

Nicht ohne Grund wird deshalb ein großer Teil der benötigten Summe für die Sanierung aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ kommen. Das Freibad soll seinen Charakter als Sportbad und familienfreundliches Freizeitangebot behalten. Und tatsächlich gibt es gute Ideen, unabhängig von der energetischen Sanierung, Dinge zu verbessern: Den Sprungturm in einem eigenen Beckenbereich zu platzieren gehört ebenso dazu wie die Idee, die bestehende oder eine neue Rutsche nicht im großen Becken enden zu lassen. Ein neues Planschbecken mit mehr Wasserspielen und deutlich mehr Schatten ... Das weitläufige Gelände bietet viele Möglichkeiten. Nur eines ist zu bedauern: Das schöne Blau wird Vergangenheit sein, wenn sich das Becken – unvermeidbar – in Edelstahl kleidet.

r.neubert@volksfreund.de

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