Schau, wie du klar kommst

Zur Wettersituation in Trier schreibt diese Leserin:

Seit Schnee liegt, sind die Friedhöfe verschlossen. Angehörige hatten nicht einmal zu den Feiertagen die Möglichkeit, ihren Verstorbenen eine Kerze anzuzünden. Auf Anfrage wurde argumentiert, dass die Unfallgefahr zu groß sei, und die Verantwortung nicht getragen werden könne. Wie ist es denn sonst in unserer Stadt? Ich habe in der ganzen Stadt keine Bushaltestelle entdeckt, wo der Schnee geräumt war. Als Seniorin kann ich sehen, wie ich über die Schneeberge oder den Matsch in und aus dem Bus komme. Was sagt man denn da zu der Sicherheit und der Verantwortung der Stadt? Auf dem Stadtfriedhof kenne ich nur ebene Wege, und wo der Schnee nicht festgefahren ist, besteht auch kaum Unfallgefahr. Vor den Feiertagen schlitterten die Kunden in der Stadt durch ungeräumte Straßen. Menschen sind ja auch keine Autos! Macht man es sich seitens der Behörden nicht zu einfach? Mein Gatte ist erst kürzlich verstorben, und am 26. Dezember hätten wir Goldene Hochzeit gefeiert. Ich hätte so gerne sein Grab aufgesucht und ich war sehr traurig.

Einerseits großes Gerede wegen Unfallgefahr, andererseits schau, wie du klar kommst. Jeder argumentiert so, wie er es braucht und wie es am bequemsten ist. Bei den horrenden Stundenlöhnen, die man für eine Bestattung zahlen muss, könnte man etwas mehr erwarten. Es gibt ja sonst in dieser Jahreszeit bezüglich Pflege der Anlage nicht viel zu tun.

Marlies Braun, Trier

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