Schauspielende Schriftstellerin fasziniert Schüler

Schauspielende Schriftstellerin fasziniert Schüler

Rund 60 Schüler von drei siebten Klassen der Stefan-Andres-Hauptschule in Schweich und Schüler einer achten Klasse des Angela-Merici-Gymnasiums in Trier besuchte Uschi Flacke auf ihrer Lesereise. Die Schüler hatten eine Menge Fragen parat, die die Kinder- und Jugendbuchautorin gerne beantwortete.

Trier/Schweich. (red) Uschi Flacke ging gleich auf die Fragen der rund 60 Schüler ein, die sie in der Bibliothek der Stefan-Andres-Hauptschule in Schweich erwarteten.

Die Kinder- und Jugendbuchautorin erzählte einiges aus ihrem Leben, das vor allem während ihrer Jugend recht turbulent war: einige Jahre im Nonneninternat, fünfmal durch Umzüge die Schule gewechselt, mit 18 Jahren von zu Hause weggelaufen. Sie hat als Fotomodell und Schlagersängerin gearbeitet, bevor sie das Abitur nachholte und danach unter anderem Theater- und Fernsehwissenschaft studierte.

Ihren Namen finden die Schüler auf dem Abspann vieler Fernsehserien für Kinder, allein 60 Drehbücher schrieb sie für die Reihe "Schloss Einstein" und die "Sendung mit der Maus". Sie arbeitete auch selbst als Kabarettistin und Schauspielerin im Fernsehen und wenn sie aus ihren Büchern vorliest, entwickelt sie hierbei eine eigene ausdrucksstarke Dramaturgie.

Von Hexenprozessen und modernem Mobbing



43 Bücher hat sie bisher geschrieben, darunter mehrere mit historischen Stoffen, die besondere Recherche-Vorarbeit erfordern. So forschte sie für ihren Roman "Die Hexenkinder von Seulberg" in Archiven und Gerichtsprotokollen über die Zeugenaussagen von Kindern, die zu Verurteilung angeblicher Hexen führten. Den Bezug zu heute sieht sie in der Thematik des Mobbing, Schlechtredens, Denunzieren unbeliebter Personen, auch unter Schülern. Wie spannend Geschichte sein kann, bewies Uschi Flacke den Schülern auch mit ihrem neuen Kloster-Krimi "Nebel über Kloster Thron", aus dem sie einige Passagen vortrug. Der Roman spielt im 16. Jahrhundert im Umfeld der Raubzüge und Ablassbriefe. Heldin ist die 16-jährige Franziska, Tochter des Ritters von Reifenberg, die Zeugin eines Mordes wird und ein kostbares Buch raubt, dessen düsteres Geheimnis sie herausfinden will.

Auf die Leseprobe folgten viele Fragen der Schüler, vor allem nach ihrer Arbeitsweise. Die Ideen kämen eher zu ihr, erläuterte sie, wenn ein Stoff sie interessiere. Schreiben sei eine harte geistige Arbeit, die viel Disziplin erfordere, denn sie sei ja dabei allein und müsse sich selbst täglich ihr Pensum setzen.

Sie habe schon immer Lust am Schreiben gehabt, in ihrer Jugend aber zu wenig Selbstbewusstsein gehabt und daher erst mit 23 Jahren mit Veröffentlichungen angefangen. Eine wichtige Person für ihre Arbeit sei die Lektorin ihres Verlages, die ihr Manuskript auf Fehler durchsähe und Hinweise für die Bearbeitung gebe.

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