Scheitert das Baugebiet im Trierer Stadtteil Brubach, steht Ruwer bereit

Interview Christiane Probst : Scheitert Brubach, steht Ruwer bereit

Triers neue Ortsvorsteher im Interview: Christiane Probst setzt sich dafür ein, dass das Neubaugebiet in ihrem Stadtteil  so schnell wie möglich kommt – und weiß, wie sie die Verkehrbelastung auffangen möchte.

Sie ist sehr erfahren in der Kommunalpolitik: Christiane Probst (UBT) hat im Stadtteil Ruwer/Eitelsbach Monika Thenot als Ortsvorsteherin abgelöst, die nicht mehr angetreten war. Die 49-Jährige sitzt seit 1997 im Ortsbeirat, seit 2004 auch im Stadtrat. Dort führte sie zehn Jahre lang die jetzige UBT-Fraktion (frühere Namen: UBM und FWG). Den Fraktionsvorsitz gab sie ab, als sie sich entschied, als Ortsvorsteherin anzutreten. Christiane Probst ist verheiratet und arbeitet als Bankkauffrau in Luxemburg.

Was sind Ihre Ziele als Ortsvorsteherin?

Christiane Probst: Zunächst möchte ich mich vor allem für drei Dinge einsetzen: Das erste ist, dass die Kindertagesstätte so schnell wie möglich wieder in Ruwer zusammengeführt wird. Derzeit sind die Kinder ab drei Jahren nach Waldrach ausgelagert, nur die Jüngeren werden vor Ort betreut. Die Ausschreibung muss vorbereitet werden, und die notwendigen Mittel müssen in die Finanzplanung der Stadt eingestellt werden. Mit einer Fertigstellung ist frühestens in drei bis vier Jahren zu rechnen.

Und zweitens?

Probst: Das zweite Thema ist der neue Radweg in Ruwer. Derzeit werden die Mauereidechsen auf dem Gelände umgesiedelt. Dazu wurde auf einem 20 bis 25 Meter breiten Grünstreifen außerhalb des Baufelds über 700 bis 800 Metern Länge schwarze Folie ausgelegt. Darunter in den geschaffenen Steinhaufen versammeln sich die Eidechsen, weil sie sich in der Wärme wohlfühlen. Wenn die Bauarbeiten demnächst losgehen, könnte der Radweg noch in diesem Jahr fertig werden. Er wird unseren Stadtteil für Radfahrer attraktiver machen und auch touristisch aufwerten.

Sie sprachen von drei Schwerpunktthemen – welches fehlt noch?

Probst: In der Ruwerer Straße muss ab der Aral-Tankstelle dringend etwas getan werden. Dort gibt es viele Unebenheiten. Und an der Kreuzung zum Fischweg brauchen wir schnellstmöglich einen Kreisel. Die Stauzeiten vom Fischweg her sind schon jetzt morgens und abends erheblich, und mit Blick auf das geplante Neubaugebiet brauchen wir dort dringend eine andere Lösung.

Wie vermitteln Sie den Ruwerern, dass sie dann zur Kasse gebeten werden?

Probst: Eventuell reicht es, die Asphaltdecke der Ruwerer Straße zu erneuern. Dann fallen keine Anliegerbeiträge an. Eine andere Möglichkeit ist, auf wiederkehrende Beiträge umzusteigen, dann ist die Belastung der einzelnen Anlieger geringer. Im Übrigen setzen wir von der UBT uns für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge ein.

Was wird sich in Ruwer mit Ihnen als Ortsvorsteherin ändern?

Probst: Es wird keinen riesigen Wechsel geben. Die bisherige Ortsvorsteherin Monika Thenot hat hier gute Arbeit geleistet, das möchte ich fortführen.
Sie war sehr bürgernah, hat sich um kleine wie größere Angelegenheiten vorbildlich gekümmert, vor allem auch um die Vereine.
Mir ist wichtig, dass wir – wie bisher – über alle Fraktionsgrenzen hinweg zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen. Ich bin in Luxemburg berufstätig, daher setze ich auf Teamarbeit.

Wie sollte die Legislaturperiode verlaufen, damit Sie in fünf Jahren sagen: „Das war eine gute Zeit“?

Probst: Ich würde mir wünschen, dass bis dahin die ersten Pläne für das Neubaugebiet „Zentenbüsch“ erstellt sind. Wir brauchen alle bezahlbaren Wohnraum. Sollte die geplante Entwicklung von Brubach doch noch abgesagt werden, könnte man die Ausweisung in Ruwer vorziehen. Anders als in Mariahof haben wir im Ortsbeirat ja eine positive Rückmeldung gegeben. Außerdem möchte ich in fünf Jahren sagen können, dass es in Ruwer ein partnerschaftliches Miteinander über Generationen hinweg und von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen gibt.

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