Schienen in Scheiben und Arbeit im Zeitplan
Trier · Seit Montag sind Lindenstraße und Nordallee gesperrt, seit Dienstag laufen die Arbeiten auf der Großbaustelle - bislang nach Plan. Der TV beantwortet weitere Fragen, die sich rund um die Baustelle ergeben.
Wie lange dauern die Arbeiten, wo kann man parken, was passiert mit den Straßenbahnschienen?
Diese und weitere Fragen, die sich zur Baustelle in Triers Norden stellen, hat der TV aufgegriffen und bei Stadt, Stadtwerken und Kliniken nachgefragt:
Wie lange bleibt die Lindenstraße voll gesperrt?
Die Bauarbeiten dauern bis kommende Woche. Laut Bernd Ksyk (Tiefbauamt) wird die Vollsperrung zum Moselfest wieder aufgehoben. Allerdings soll der neue Fahrbahnbelag am Freitag noch geschont werden und aushärten, so dass die Zubringerbusse zum Moselfest erst am Samstag durch die Lindenstraße fahren.
Liegen die Arbeiten im Zeitplan?
Am Mittwoch haben die Mitarbeiter der Firma Faber begonnen, den Fahrbahnbelag abzufräsen und eine neue Binderschicht aufzutragen. Laut Bernd Ksyk sollen die Asphaltarbeiten bis nächsten Donnerstag dauern.
Wird auf der Baustelle auch am Wochenende gearbeitet?
Nur am Sonntag haben die Bauarbeiter frei, am Samstag sollen sie im Einsatz sein. "Sonntagsarbeit bedeutet Sondergenehmigungen, Mehrbelastung für die Arbeiter, Lärmbelästigung, höhere Kosten und logistische Probleme, da die Mischwerke nicht geöffnet sind", sagt Stadt-Pressesprecher Ralf Frühauf.
An der Einmündung der Paulinstraße in die Nordallee wird die Gesamtbauzeit mit Ende September angegeben, angekündigt war der 18. September. Warum dauert es länger?
"Es ist vorgesehen, dass die Arbeiten bis zum 18. September andauern. Dieser Endtermin steht weiterhin. Für die Beschriftung der Schilder hat das Tiefbauamt einen Puffer von einer Woche eingeräumt, sagt Frühauf.
Wie bessert die Stadt bei Problemen nach?
Die Beschilderung an der Kreuzung Ausonius- in Richtung Franz-Ludwig- beziehungsweise Deutschherrenstraße wurde am Mittwoch optimiert. Neue Schilder führen Autofahrer, die zu Parkhäusern oder in alle Richtungen möchten, in die Franz-Ludwig-Straße. Dadurch wird die Deutschherrenstraße entlastet. Am Donnerstag wurde die Ampel am Georg-Schmitt-Platz optimiert und die Phase für Linksabbieger auf die Kaiser-Wilhelm-Brücke verlängert. Stadtpressesprecher Ralf Frühauf: "Der Verkehr vom Nikolaus-Koch-Platz wird nicht mehr über die obere Böhmer-, sondern über die Metzelstraße abgeleitet. Dadurch wird der Knotenpunkt Böhmer-/Justizstraße entlastet. Der Verkehr wird ständig vom Tiefbauamt beobachtet. Bei Bedarf gibt es weitere Optimierungen."
Welche Auswirkungen hat die Baustelle auf Brüder- und Ökumenisches Verbund-/Elisabeth-Krankenhaus (Theobaldstraße)?
Am ersten Tag der Sperrung habe es große Beeinträchtigungen gegeben, sagt Achim Schütz, Geschäftsführer des Ökumenischen Verbundkrankenhauses Trier. Mittlerweile habe es sich aber eingespielt. Mehr Probleme bereite die generelle Situation, dass Autofahrer in Höhe des Brüderkrankenhauses ihre Autos so am Straßenrand abstellen, dass der Rettungswagen nicht vorbei käme. Dann müssten die Wagen abgeschleppt werden. "Während der Einrichtung der Baustelle am Dienstag kam es zu Verzögerungen bei der Ein- und Ausfahrt auf das Krankenhausgelände. Inzwischen verläuft der Besucher- und Patientenstrom wieder regulär. Die Zufahrt für die Rettungsfahrzeuge ist gewährleistet", teilt Kristina Kattler, Brüderkrankenhaus, mit.
Warum wurden die Arbeiten nicht in die Sommerferien gelegt?
"Die Sperrung der Lindenstraße kann nicht zeitgleich mit den Arbeiten in der Paulinstraße ausgeführt werden", sagt Ralf Frühauf. Denn ab dem 13. Juli arbeiten die Stadtwerke an Leitungen in der Paulinstraße, das dauere laut Frühauf bis Ende des Jahres.
Was passiert mit den alten Straßenbahnschienen, die unter der Fahrbahn liegen?
Im ganzen Baustellenbereich liegen alte Straßenbahnschienen unter dem Asphalt. In der Lindenstraße sollen sie komplett ausgebaut werden, erklärt Bernd Ksyk. "Von den Schienen wollen wir auf jeden Fall etwas für unser Straßenbahnermuseum haben", sagt Jürgen Schneider von den Stadtwerke-Verkehrsbetrieben. Außerdem sei es eine schöne Idee, sie "in Scheiben zu schneiden" - für SWT-Mitarbeiter, die in Ruhestand gehen.
Wie lange wird der neue Belag halten, bis er erneuert werden muss?
Ralf Frühauf sagt: "In Abhängigkeit der Zunahme des Schwerverkehrs in den nächsten Jahren geht man von 15 bis 20 Jahren aus."
Wie ist die Parksituation für die Anwohner?
"Die Anwohner, die während der Arbeiten ihre Wohnung nicht erreichen können, müssen auf umliegende Straßen ausweichen", sagt Frühauf. Außerdem können sie ihre Autos auf den Stellplätzen ausgangs der Lindenstraße parken. "Dafür wurde die Durchfahrt aus der Alten Zurmaiener Straße extra geöffnet."