SCHIENENVERKEHR

Zum Bericht "Ausstieg unter freiem Himmel" (TV vom 27. Oktober) über Sanierungsarbeiten im Trierer Hauptbahnhof:

In Trier ist (und - so wie es aussieht - bleibt) der schmuddelige Hauptbahnhof ein Dauerthema. Ich habe in letzter Zeit nicht mehr darauf geachtet, ob die Fassade des Bahnhofs immer noch eingerüstet ist. Wenn ja, wahrscheinlich, weil das Gerüst mittlerweile wegen Durchrostung der Schrauben nicht mehr so einfach zu entfernen ist. Dass man jetzt plant, die maroden Überdachungen der Bahngleise durch Schutzhäuschen zu ersetzen, zeigt, welch geringen Stellenwert Triers Hauptbahnhof bei den Verantwortlichen hat! Ganz klar: Wenn in Stuttgart Milliarden aus dem Fenster geworfen werden, muss in Trier jeder Tausender zweimal umgedreht werden. In Anlehnung an das Bahngroßprojekt namens "Stuttgart 21" würde ich das Projekt vor Ort mit "Trier 19" bezeichnen. Ich weiß nicht, ob es in Deutschland eine ähnliche Stadt gibt, die so eine Dichte an herausragenden Sehenswürdigkeiten aufweisen kann wie die älteste Stadt Deutschlands. Dass die Deutsche Bahn dies nicht zu würdigen weiß beziehungsweise dass man Trier links liegen lässt (auch im Hinblick auf die immer schlechter werdenden Zugverbindungen), ist eine Schande. Und dass man jetzt in einer Großstadt nicht mehr trockenen Hauptes vom Zug zum Bahnhof kommen soll, setzt diesem Trauerspiel die Krone auf. Über die Zustände im und am Trierer Hauptbahnhof haben sich schon einige TV-Leser geäußert. Aber die Leute, die den Reibach machen, interessiert das offenbar nicht. Ich erinnere mich an einen vor einigen Jahren veröffentlichten Leserbrief einer türkischen Studentin, die - im Schmuddelbahnhof Trier angekommen - am liebsten sofort wieder in den Zug gestiegen und zurückgefahren wäre. Als ob die Bahn nicht schon für genug Negativschlagzeilen sorgt, arbeiten die konkurrierenden Bahngewerkschaften mit ihren ständigen Streiks noch daran, den letzten Bahnkunden zu verprellen. Anton Becker, Mertesdorf