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Schießgraben-Sanierung darf nicht auf Eis gelegt werden

Meinung : Schießgraben-Sanierung darf nicht auf Eis gelegt werden

Baufälliges Stammhaus, wegbrechende Einnahmen durch Besucherbeschränkungen und dann auch noch Corona inklusive Veranstaltungsverbot: Das Trierer Jugendkulturzentrum Exzellenzhaus musste in den vergangenen Jahren eine Klippe nach der anderen umschiffen.

Aber Schwierigkeiten und schier unüberwindliche Hürden gehören seit den 1970ern zum Exhaus dazu wie der Stromausfall mitten in der wildesten Open-House-Party. Dank des Idealismus von Pädagogen, Streetworkern, freier Kultur- und Jugendszene samt Unterstützern – zu denen bisher auch immer die Stadt Trier gehörte – ging das Exhaus dabei nie unter. Jetzt fegen die Sturmwellen kräftig übers Deck. Aber auch Schiffe mit gebrochenem Mast können wieder auf Kurs gebracht werden. Wichtig dafür ist ein Heimathafen in Sichtweite. Und das sind die Gebäude im Schießgraben. Deren geplante Sanierung darf jetzt keinesfalls auch nur auf Eis gelegt werden. Denn wer eine vielfältige, funktionierende Jugendkultur will – samt ihrer positiven sozialpolitischen Effekte – der muss dafür auch Räume schaffen. Nur dann hat ein möglicher neuer Jugendkulturverein eine Perspektive.

c.wolff@volksfreund.de