Schiff, Bus, Fußgängerzone

Die Trierer wissen, was sie an den Gästen aus Luxemburg haben. Wenn die "Princesse Marie-Astrid" mittwochs am Zurlaubener Ufer anlegt, steht ein Stadtbus bereit, um die Passagiere kostenlos zur Porta und später wieder zurück zu chauffieren. Die Kosten teilen sich Stadt und City-Initiative.

Trier. Der Gratis-Service für die Schiffsgäste hat schon Tradition. Bereits in der vierten Saison bringen Stadtbusse die mit der "Princesse Marie-Astrid" am Zurlaubener Ufer angekommenen Trier-Besucher an die Porta. So sie denn wollen. Aber das ist offenbar nicht die Frage. Rund 100 Schiffsausflügler nutzen das Angebot und bestätigen damit die Trierer Intention: "Wir möchten, dass die Gäste während ihres Aufenthalts in die Fußgängerzone kommen und sehen, was Einzelhandel und Gastronomie zu bieten haben", sagt Christoph Heinemann, Vorstandsmitglied der City-Initiative, die sich die Kosten für den Bus-Shuttle mit der Stadt teilt. Rund 3000 Euro fallen pro Saison an. 2008 fährt die Verkehrs-GmbH der Stadtwerke insgesamt 26 Hin- und Rücktouren: mittwochs für aus Luxemburg kommende Passagiere der "Princesse Marie-Astrid", dienstags für Fahrgäste der Schifffahrtsgesellschaft Gebrüder Kolb, die aus Richtung Bernkastel-Kues kommen. Ausgenommen ist die Zeit vom 11. bis 18. Juni, in der wegen Schleusen-Wartungsarbeiten die Linienschifffahrt ruht.Die Idee der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit hatten Hans-Albert Becker, Chef der Tourist-Information Trier (TIT), und Michel Theisen, damals Leiter des luxemburgischen Mosel-Schifffahrts- und Fremdenverkehrs-Verbandes "Entente Touristique de la Moselle Luxembourgoise". Was auf deutscher Seite vorbehaltlos begrüßt wird, stößt im Großherzogtum nicht nur auf Gegenliebe. Da ist gelegentlich von "Konsum-Abtransport" und "Butterfahrten nach Trier" die Rede. Entente-Chef René Sertznig hält das für "Unsinn", der völlig verkenne, dass an Bord der "Princesse Marie-Astrid" luxemburgische Spezialitäten angeboten würden. "Und daran verdienen die Winzer, Metzger und Bäcker aus Luxemburg". Entente, Stadt Trier, TIT und City-Initiative wollen ihre Kooperation fortsetzen, auch wenn die derzeitige "Princesse Marie-Astrid" ein "Auslaufmodell" ist. Der 2000 in Dienst gestellte Luxusliner wird 2010 durch einen Neubau ersetzt. Auch dabei bleiben die Luxemburger sich und Deutschland treu: Wie die bisherigen vier Entente-Schiffe, die seit 1965 über die Mosel schippern, wird auch Nummer fünf von der Lux-Werft in Mondorf bei Bonn gebaut und aller Voraussicht nach auf den Namen "Princesse Marie-Astrid" getauft. Die Maße der Vorgängerin (60 Meter lang, 11,20 Meter breit) und die 500-Passagiere-Kapazität wird die künftige Mosel-Prinzessin nicht überschreiten. "Aber sie wird noch moderner sein, den strenger werdenden Kriterien für die Rheinschifffahrt genügen und erstmals behindertengerecht sein, also über einen Aufzug verfügen", kündigt Sertznig an. Kostenpunkt: 6,5 Millionen Euro. Die Vorgängerin kostete 4 Millionen.