Schlankheitskur für Osburger Hallenprojekt

Still geworden war es um den geplanten Bau einer Multifunktionshalle mit Nebenkomplexen in Osburg. Doch in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Ruwer stand das Projekt als "abgespeckte" Version wieder auf der Tagesordnung.

Waldrach. Ursprünglich sollte über das Hallenprojekt im nichtöffentlichen Teil der Sitzung verhandelt werden. Auf Antrag der CDU-Fraktion und nach einstimmigem Ratsbeschluss rückte der Tagesordnungspunkt jedoch in den öffentlichen Teil.

Abschied von bisheriger Planung



Grundsätzlich Abschied nahmen die Ratsmitglieder nun von der bisherigen Planung, die auf einem Beschluss vom Juni 2007 beruhte. Damals entschied der Rat, den Förderantrag für einen umfassenden Komplex zu stellen. Vorgesehen waren eine Multifunktionshalle mit Foyer, eine Kegelhalle, Jugend- und Vereinsräume, eine Gastronomie und ein Zentrum für die energetische Nutzung von Holz. Die Kosten dieses Projekts hätten bei sieben bis acht Millionen Euro gelegen - viel zu hoch nach Ansicht des Innenministeriums. Dazu Bürgermeister Bernhard Busch: "Nach Gesprächen mit Innenminister Karl Peter Bruch steht fest, dass wir den Planungsprozess völlig neu ansetzen müssen. Das bisherige Volumen war einfach zu hoch." Nun gehe es nur noch um eine Sporthalle mit Kegelbahn und Jugendraum im Kostenrahmen von vier Millionen Euro. Busch schlug vor, die Planung an eine Firma in Hürth bei Köln zu vergeben. Dieser Anbieter sei auf Hallen spezialisiert, plane den Bau und vergebe die Bauaufträge - und dies alles zu einem garantierten Preis.

Die Vision einer "abgespeckten" Halle für Osburg fand den Zuspruch aller Fraktionen. Skepsis erregte aber die von Busch ins Spiel gebrachte Hür ther Planungsfirma mit Preisgarantie. Gefragt wurde, warum man die Planung, die sich im vorgegebenen Kostenrahmen bewegt, nicht auch an heimische Büros vergeben könne. "Und kann man einfach den Planungsauftrag vergeben? Wie steht es mit der möglicherweise erforderlichen Ausschreibung?", wollten Otmar Brittner (CDU) und Mechthild Michels (Grüne) wissen. Busch schlug daraufhin vor, die Planung auf die einzelnen Gewerke aufzuteilen. Dadurch fallen die Kosten unter das ausschreibungspflichtige Niveau. Marianne Rummel (Grüne) bezweifelte die Zulässigkeit dieses Vorgehens: "So bringen wir das Projekt schon von vorneherein wieder in Schwierigkeiten."

Jürgen Breiling (SPD) vermisste eine Bedarfsanalyse zur Ermittlung der Planungsvorgaben. Breiling: "Wir müssen Klartext schaffen, was wir in Osburg wollen." Dem schloss sich CDU-Ratsmitglied Brittner an. Schließlich einigte sich der Rat darauf, zunächst einige von der Planungsgruppe Hürth erstellte Hallen zu besichtigen und die Bauherren nach ihren Erfahrungen zu befragen.