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Schlechte Aussichten fürs Panoramabad Leiwen

Freizeit : Schlechte Aussichten fürs Panoramabad Leiwen

Wegen Personalmangels öffnet das Freibad verspätet – oder auch gar nicht. Kommt Hilfe aus Trier?

Schwimmmeister sind doch eigentlich zu beneiden, oder? Sommer, Sonne, Wasserspaß – das klingt nach Traumjob. Doch die Realität sieht anders aus: Der Beruf des Meisters für Bäderbetriebe, wie der Schwimmmeister heute genannt wird, und seiner Gesellen, der Fachangestellten für Bäderbetriebe, ist offenbar nicht sonderlich begehrt. Bundesweit sind schätzungsweise 2000 Stellen unbesetzt; viele Freibäder können deshalb im Sommer nicht öffnen.

Probleme gibt es auch im Freibad Leiwen. Das Panoramabad im Höhenortsteil Zummet wird ebenso wie das Bad in Schweich von der Verbandsgemeinde (VG) Schweich betrieben. Während Schweich planmäßig am 15. Mai öffnet, fängt die Badesaison in Leiwen später an. Schlimmstenfalls fällt sie in diesem Sommer sogar ganz aus. Dazu Büroleiter Wolfgang Deutsch: „Wenn alles gut geht, dann können wir Anfang bis Mitte Juni öffnen. Aber uns fehlen derzeit zwei Fachangestellte sowie Reinigungskräfte und Personal für die Beckenaufsicht.”

Mehrfach habe die VG die Stellen ausgeschrieben, doch ohne Erfolg. Die Ursachen liegen für den Büroleiter auf der Hand: die niedrige Arbeitslosigkeit im Raum Trier, die unattraktiven Arbeitszeiten (im Sommer keinen Urlaub und Überstunden, dafür im Winter Freizeit) und die Nähe zu Luxemburg. Laut Deutsch sind bereits einige Fachkräfte, die im Raum Trier ausgebildet wurden, nach Luxemburg gegangen – ob freiwillig oder abgeworben, das sei nicht immer zu verifizieren. Im Nachbarland werde besser bezahlt, auch seien die Arbeitszeiten oft flexibler.

Dass man für das Leiwener Bad nicht einmal Hilfspersonal auf Minijob-Basis findet, liegt für Deutsch auch an der abgeschiedenen Lage. „Mit dem Fahrrad kann man den steilen Berg kaum hochfahren, um stundenweise zu arbeiten. Man muss schon ein Auto haben.“ Das Leiwener Bad, für seine große Liegewiese und die tolle Aussicht geschätzt, wird überwiegend von Niederländern besucht, die im nahe gelegenen Landal-Park Urlaub machen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Leiwener Bad später als geplant geöffnet. Auch die Öffungszeiten wurden verkürzt. Es gab Probleme mit der Steuerungstechnik. Nun ist technisch alles im Lot – im Winter wurde eine neue Programmiereinheit angeschafft –, doch es fehlt an Personal.

Der Fachkräftemangel sei ein gravierendes Problem, bestätigt Werner Bonertz, Bereichsleiter Liegenschaften-Bäder der Stadtwerke Trier (SWT). Bonertz: „Es wird zu wenig ausgebildet, zudem haben wir zu wenige und manchmal auch zu schlechte Bewerber. Viele hören zwischendrin auf, auch die Konkurrenz von Luxemburg macht sich bemerkbar.” Das Stadtbad Trier, das von SWT betrieben wird, hat laut Bonertz keine Probleme. „Es werden derzeit drei Azubis zu Fachangestellten für Bäderbetriebe ausgebildet.”

Um Ressourcen zu bündeln, den Badebetrieb zu optimieren und sich gegenseitig in Notlagen zu helfen, wurde vor einigen Jahren die SWT-Bädergesellschaft gegründet. Ihr gehören die Stadtwerke Trier, die Stadt Trier sowie die Verbandsgemeinden Saarburg-Kell, Konz, Ruwer, Thalfang und Trier-Land an. Die VG Schweich ist dem Verbund nicht beigetreten. Allerdings haben Büroleiter Deutsch und Stadtbad-Chef Bonertz bereits miteinander telefoniert. „Vielleicht finden wir eine Lösung für Leiwen”, gibt sich Bonertz gegenüber dem TV verhalten optimistisch.