Schluss mit Überflutung

Ein Rohr von fast eineinhalb Metern Durchmesser über eine Strecke von 70 Metern durch den Boden zu pressen und dann zentimetergenau in einer Baugrube herauszukommen - ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Die Stadtwerke haben genau das in Trier-Kürenz an drei Tagen bewerkstelligt.

Pressung nach Maß: Das Kanalrohr hat unterirdisch 70 Meter zurückgelegt und die Wand der Zielgrube in der Avelsbacher Straße durchbrochen. Foto: Stadtwerke Trier

Trier. (red) Nach drei Arbeitstagen im 24-Stunden-Einsatz war es so weit: Der Bohrkopf hat die Zielgrube in der Avelsbacher Straße erreicht, die Pressung des neuen "Entlastungskanals" für Kürenz ist abgeschlossen. Ohne Komplikation haben die Stadtwerke Trier (SWT) Kanalrohre mit einem Durchmesser von 1,4 Metern unter den Bahnschienen von der Metternichstraße in die Avelsbacher Straße gepresst. "Die Bodenverhältnisse sind sehr gut, so dass wir statt den geplanten fünf Tagen nur drei für die Arbeiten gebraucht haben", freut sich Rudolf Weiler, Abteilungsleiter Projektierung, Bau und Beschaffung, "damit ist das Kernstück des Entlastungskanals fertig." Über eine Länge von 70 Meter erstreckt sich der neue Kanal, der die Kürenzer Bahnunterführung künftig vor Überflutungen schützen soll.

Bei besonders starken Regenfällen reicht der bisher bestehende Kanal nicht aus, um neben dem Abwasser auch große Mengen an Regenwasser zu entsorgen. In einem solchen Fall würde das Wasser durch die Gullys nach oben gedrückt und sich in der tiefliegenden Bahnunterführung stauen. Um dieses Szenario zu vermeiden, haben die SWT mit dem zusätzlichen Kanal eine Sicherheitsmaßnahme getroffen.

Für die Pressung unter der Bahnstrecke waren zahlreiche Vorarbeiten und Sicherheitsmaßnahmen notwendig. So mussten die SWT nicht nur sicherstellen, dass die Bahnstrecke durch die Bauarbeiten nicht beschädigt wird, sondern auch ein Spezialteam beauftragen, das Bahngelände nach möglichen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg abzusuchen. Die Alternativen zu einer Pressung des Entlastungskanals, ein neues Pumpwerk oder der Ausbau des bestehenden Kanals, schieden aus. Ein Pumpwerk würde zusätzlich laufende Betriebskosten verursachen, und der bestehende Kanal kann aus bautechnischen Gründen nicht vergrößert werden.

Ab 19. Oktober folgen die Anschlussarbeiten des Entlastungskanals: Dann binden die SWT das neue Teilstück in das bestehende Kanalnetz ein. Die Arbeiten dazu laufen parallel in der Avelsbacher Straße und in der Metter nichstraße. Die gesamte Maßnahme dauert bis Ende des Jahres. Extra Die Verkehrsführung während der kommenden Bauarbeiten: Avelsbacher Straße ab 19. Oktober bis Ende des Jahres: Der Verkehr (LKW nur bis 7,5 Tonnen) wird einspurig mit Hilfe einer Ampel-Anlage an der Baustelle vorbeigeführt. Der Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen wird über die Süd-Route (Gustav-Heinemann-Straße, Rieslingweinstraße, Olewigerstraße) umgeleitet. Metternichstraße ab 19. Oktober bis Ende des Jahres: Der Verkehr wird voraussichtlich zweispurig an der Baustelle vorbeigeführt. Es kann kurzzeitig und kurzfristig zur Sperrung einer Fahrspur kommen.