Schmal, grün und aufgeräumt

Schweich · Der lange ersehnte Ausbau der Oberstiftstraße soll Realität werden: Der Stadtrat Schweich hat die Planung grundsätzlich befürwortet. Diese wichtige Durchgangsstraße soll aufgeräumter, schöner, schmäler und grüner werden. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2015.

Ist-Zustand und Planung: Wie die Oberstraße einmal aussehen soll, hat der Landesbetrieb Mobilität schon einmal grafisch dargestellt. TV-Foto: Albert Follmann/ Grafik: Landesbetrieb Mobilität

Schweich. Die Oberstiftstraße ist neben der Richtstraße und der Brückenstraße die wichtigste Verkehrsader von Schweich. Fast 7000 Fahrzeuge fahren täglich über die Oberstiftstraße, auch Landesstraße 141 genannt. Die knapp einen Kilometer lange Strecke ist in keinem guten Zustand. Die gröbsten Löcher wurden zwar gestopft, aber nur notdürftig. Die Oberstiftstraße ist keine schöne Visitenkarte für Schweich, wenn man aus Richtung Autobahn kommt. Auch für Fußgänger und Radfahrer ist sie eine Zumutung. Dazu trägt auch das "wilde" Parken auf den Seitenstreifen bei.
Der Stadtrat drängt schon lange auf einen Ausbau und hat diesen Willen 2011 auch in einem Grundsatzbeschluss dokumentiert. Nun sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat die Pläne gezeichnet und Details mit den Anliegern besprochen. Die Planung wurde gegenüber 2013 noch einmal modifiziert und nun vom Stadtrat gebilligt. Die Arbeiten sollen bald ausgeschrieben werden, damit spätestens im Sommer 2015 mit dem Ausbau begonnen werden kann.
Nur noch sechs Meter breit


Marc Kuhn und Hans Josef Hohns vom LBM erläuterten im Stadtrat die Grundzüge der Planung. Danach soll die Oberstiftstraße von derzeit 7,80 Meter auf rund sechs Meter verschmälert werden. Aus Gründen der Verkehrsberuhigung und um Platz für die beidseitigen 30 Zentimeter breiten Rinnen und bis zu 1,50 Meter breiten Gehwege zu schaffen. Größtenteils werden die Gehwege nur an einer Straßenseite angelegt. Auf den ursprünglich vorgesehenen Fahrradweg soll verzichtet werden. Vorgesehen sind weiterhin 36 Parkbuchten und begrünte Abschnitte (siehe Visualisierungen).
Den Wünschen der Bewohner, insbesondere was die Zu- und Abfahrtsflächen der Gewerbetreibenden betreffe, sei weitestgehend Rechnung getragen worden, sagt der Landesbetrieb Mobilität. Die Oberstiftstraße soll in "sinnvolle Ausbauabschnitte" gegliedert werden, damit die Aral-Tankstelle, die Kunstschmiede Bender oder der Getränkevertrieb Winnebeck immer erreichbar sind. Die Bauzeit soll möglichst kurz gehalten werden - laut LBM soll sie im ungünstigten Fall anderthalb Jahre dauern.
Prüfen wollen die Planer den Wunsch des Rates, nahe der Sägkaul eine Überquerungshilfe für Fußgänger zu schaffen. Ein Zebrastreifen soll es künftig nicht mehr geben. Grund: Das erhöhe die Unfallgefahr, weil sich die Fußgänger dort vermeintlich sicher fühlten.
Die geschätzten Ausbaukosten von 1,2 Millionen Euro für die Straße (einschließlich Grunderwerb) trägt der Bund, für die Gehsteige und Parkflächen (voraussichtlich 450 000 Euro) müssen die Stadt Schweich und die Anlieger aufkommen. Das Beteiligungsverhältnis Stadt/Anwohner könnte auf 50:50 hinauslaufen, so LBM-Mitarbeiter Kuhn.
Auch die Kosten für Angleichungen und Grünflächen müssen geteilt werden. 32 Prozent verbleiben in Schweich, wobei Stadt und Anwohner wohl jeweils 16 Prozent der Kosten tragen werden.
Weil es in der Ortslage Schweich keinen wiederkehrenden Beitrag gibt, werden nur jene Anwohner zur Kasse gebeten, die auch an der Straße wohnen, die ausgebaut wird. Anders wird das beispielsweise im Stadtteil Issel gehandhabt, wo die Solidargemeinschaft aller Einwohner zahlt.