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Schmierer suchen Domviertel heim

Schmierer suchen Domviertel heim

TRIER. Kriminelle Schmierer haben wieder zugeschlagen: Insgesamt 37 Hauswände, Baustelleneinrichungen und Straßenschilder wurden dieses Mal im Domviertel mit Farbe beschmiert. Die Zahl der insgesamt beschädigten Häuser geht auf die 100 zu.

"Banditen und Terroristen". Eine Italienerin schaut aus ihrem Haus in der Banthusstraße und lässt ihrem Unmut über die Schmierereien an der Fassade freien Lauf. Die Häuser in der Banthusstraße waren vor vier Jahren renoviert und gestrichen worden."Jetzt haben wir hier wieder Schmierereien", ärgert sich ein Angestellter der kircheneigenen Schreinerei. Nachdem bislang unbekannte Täter in Heiligkreuz, Kürenz und St. Paulin Hauswände mit Farbe verunstalteten, haben sich die Vandalen nun das Domviertel vorgenommen.Aufklärungsteam intern verstärkt

Wie die Polizei meldet, sind dieses Mal 37 Hauswände, Baustelleneinrichtungen und Straßenschilder verunstaltet worden. Außerdem sprühten bislang unbekannte Täter Hakenkreuze in türkisblauer Farbe an die Sandsteinmauer einer Schule und an eine Werbetafel in der Engelstraße. Die Hakenkreuze wurden vermutlich im Zeitraum vom 26. bis 27. März, 16 Uhr, angebracht.Der Bereich Banthusstraße, Hinter dem Dom, Kleine Eulenpfütz, Wind-, Dominikaner- und Predigerstraße wurde am Samstag zwischen 20.30 und 23.30 Uhr "heimgesucht". Erst vergangene Woche hatte ein Hausbesitzer in der Predigerstraße Schmierereien überstrichen. Am Sonntagnachmittag war die Front wieder beschmiert.Dass die Polizei die Verdächtigen ermitteln kann, daran zweifelt die Anwohnerin. Auch der Besitzer des Nachbarhauses hat da wenig Hoffnung. Er hatte bereits Anzeige erstattet. "Da heißt es nur lapidar, das Verfahren wurde eingestellt", berichtet er verdrossen.Die Mehrzahl der betroffenen Anwesen im Domviertel sind im Besitz der Kirche. "Das ist reine Sachbeschädigung", sagt Bernd Franken vom Bistum, der auch in der Predigerstraße wohnt. Die Strategie der Kirche lautet: die Schmierereien zeitnah zu beseitigen, damit die Täter sich nicht verewigen können und die Lust allmählich verlieren.Davon kann aber nach den Erfahrungen der jüngsten Zeit keine Rede sein. Die Polizei hat einen Berg von Anzeigen zu bearbeiten. "Wir sind mit Macht dahinter, die Burschen zu fassen", sagt Lothar Herres, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion. Das Aufklärungsteam ist verstärkt worden. Herres geht davon aus, dass weitere Kräfte hinzugezogen werden. Außerdem wird zusätzlich Streife gefahren. Enorm wichtig sei die Mithilfe durch die Bürger. "Hier müssen alle mitarbeiten", sagt Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch. Die Kontrollen des Vollzugsdienstes sollen verstärkt werden. Hinweise an die Polizei unter Telefon 0651/97791020.