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"Schmierseife" stoppt 1200 PS

"Schmierseife" stoppt 1200 PS

Trotz einstündiger Hängepartie an einem Anstieg hinter Fastrau nahm der Schwertransport von Longuich zum Hahn (der TV berichtete) ein gutes Ende. Ein Trierer Abschleppunternehmen leistete Schützenhilfe, nachdem die Räder der Zugmaschinen auf nasser, glitschiger Fahrbahn keinen Halt bekamen und durchdrehten.

Longuich/Lautzenhausen. (alf/iro) Peinlich genau hatten die Routenplaner der Spedition Kübler Brücken, Kreisel, Kurven und Ortsdurchfahrten zwischen dem Moselort Longuich und dem Flughafen Hahn vermessen. Dem Transport des 178 Tonnen schweren Generators sollte schließlich nichts im Wege stehen.

Doch dann zwingt die Natur die beiden 600 PS starken Zugmaschinen, die vor und hinter dem Tieflader für den Antrieb sorgten, in die Knie. Am Anstieg der K 77 hinter Fastrau, gerade mal drei Kilometer nach dem Start, geht auf einmal nichts mehr: Die Reifen greifen auf der regennassen, glitschigen Straße nicht mehr und drehen durch. Die Fahrer können noch so viel Gas geben - außer Rutschspuren auf dem Asphalt und viel Dampf tut sich nichts. "Wenn es geregnet hat und die Straße am abtrocknen ist, ist sie wie Schmierseife", sagt der für den Gesamttransport von Rotterdam bis zum Hahn verantwortliche Erwin Jüdith. In der festgefahrenen Situation gibt es für die Kolonne nur eine Möglichkeit, den steilen Berg zu bewältigen: eine weitere, starke Zugmaschine. Schon nach einer guten halben Stunde ist das herbeigerufene Bereitschaftsfahrzeug einer Trierer Abschleppfirma zur Stelle, rollt von der B 52 kommend rückwärts auf die Kolonne zu, dockt mit der gelben Abschleppstange an die grüne Zugmaschine an - und mit dreifacher Traktion klappt es dann: Unter dem Applaus der etwa 200 Schaulustigen setzt sich der nun auf fast 60 Meter angewachsene Tross in Bewegung.

Dass es auf der K 77 Probleme gab, kam für einige Anwohner nicht überraschend. "An fast der gleichen Stelle ist vor etwa 25 Jahren schon mal ein Transport hängen geblieben", sagt Otmar Kirsten aus Fell. Damals seien Walzenständer zur Dillinger Hütte gebracht worden.

Vor dem engen Kreisel an der Mülldeponie Mertesdorf koppelt der Abschlepp-LKW ab; er begleitet den Transport noch sicherheitshalber bis zum Erbes kopf, wird aber nicht mehr gebraucht. Zuvor geht es über die B 52 vorbei an Osburg zur Abfahrt Reinsfeld und nach Beu ren. Dort wartet die mit 3,90 Meter engste Stelle mitten im Ort, die der Schwertransporter unter den Augen zahlreicher Zuschauer problemlos bewältigt. In wenigen Minuten hat der Fahrzeugtross den Ort passiert. Die weitere Fahrt zum Flughafen Frankfurt-Hahn verläuft problemlos. Um 1 Uhr morgens trifft der Mega-Transport am Flughafen ein.