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Schmit-Z in Trier: Was ist neu nach Umbau im Queer-Zentrum?

Kulturszene : Was ist neu nach dem dem Umbau im Queer-Zentrum Schmit-Z in Trier?

Das schwul-lesbische und queere Zentrum Schmit-Z präsentiert sich nach der Renovierung in neuem Gewand und plant auch inhaltlich neue Dinge. Wir sprechen darüber mit Alex Rollinger.

Stühle mit bunten Sitzlehnen, ein bemaltes Klavier und eine gemütliche Sitzecke vor einer roten Backsteinwand: Die Bar im queeren Zentrum Schmit-z ist frisch renoviert und heißt jetzt „Proud“. Der Name soll an den englischen Begriff „Gay Pride“ erinnern, der für den selbstbewussten Umgang mit der sexuellen Identität von schwulen, lesbischen, inter- und transsexuellen, also queeren, Menschen steht.

Sonntagnachmittags lädt das Schmit-Z im Proud zu Törtchen und netten Gesprächen ein. Im Vordergrund stehen künftig aber Kulturveranstaltungen: Auf der neuen Kleinkunstbühne sollen nächstes Jahr kleine Konzerte, Poetry Slams und Travestieshows stattfinden. Aber auch regelmäßige Tanzpartys und Vorführungen von Nischenfilmen zu queeren Themen sind geplant. Dazu ist das Proud mit einer professionellen Ton- und Lichtanlage ausgestattet. Der Raum bietet daneben auch Platz für Theaterworkshops und Stammtischtreffen von Gruppen des Schmit-Z. Der Geschäftsführer des Vereins Alex Rollinger ist zufrieden mit dem Ergebnis: Der Raum sei nach seinen Vorstellungen umgebaut worden. Er biete Platz für Kommunikation, Austausch und niedrigschwellige Angebote.

Was hat sich durch den Umbau im Schmit-Z getan?

Grund für den Umbau war Corona: Die Bar ist jetzt doppelt so groß wie zuvor und hat in Pandemiezeiten nun wieder Platz für immerhin 45 Gäste. Nach der Pandemie sind es dann doppelt so viele. Außerdem hat die Bar nun eine den Corona-Vorschriften entsprechende Lüftungsanlage. „Wir wollten damit signalisieren: Leute, hier könnt ihr euch sicher fühlen“, erklärt Rollinger.

Im ersten Obergeschoss gibt es zudem einen neuen Gruppenraum mit pinken Sitzkissen, einem Getränkeautomaten und Gesellschaftsspielen. Eine große Fototapete mit einem Bild von der Jugendgruppe beim letzten Christopher Street Day und eine Küche sind noch in der Mache. Der Gruppenraum sei vor allem Treffpunkt für queere Jugendliche. „Gerade für die 12- bis 17-Jährigen ist das wichtig, weil sie noch nicht die Möglichkeit haben, auszugehen“, erklärt Rollinger.

Gelder gehen von Bundesförderprogramm nach Trier

Möglich waren die Umbauarbeiten durch Gelder aus dem Bundesförderprogramm „Neustart Kultur“ und durch regionale Sponsoren. Durch „Neustart Kultur“ hätte das Schmit-Z 100.000 Euro für pandemiebedingte Umbaumaßnahmen erhalten. „So einen großen Zuschuss haben wir noch nie bekommen“, sagt Rollinger.

Am Tag der Offenen Tür bekam der Verein prominenten Besuch: Die Bürgermeisterin Elvira Garbes, Kulturdezernent Markus Nöhl und Oberbürgermeister Wolfram Leibe besuchten das Schmit-Z-Zentrum, außerdem der Staatssekretär des rheinland-pfälzischen Familienministeriums David Profit. Der Oberbürgermeister sei begeistert darüber gewesen, wie schnell die Baumaßnahmen umgesetzt werden konnten, berichtet Rollinger.

Die Finanzen im Schmit-Z

Neben der Proudbar und dem neuen Gruppenraum hat das Schmit-Z seit dem Umbau auch eine eigene Ferienwohnung, um den Verein mitzufinanzieren. „Der Queergarten läuft richtig gut und trägt sich selbst“, sagt Rollinger. Aber die Einnahmen reichen nicht, um damit andere Kosten zu decken. Wichtigste Einnahmequelle für den Schmitz-Verein war bislang der rosa Karneval. Der Vorverkauf für die Saison 2022 hat bereits gestartet. Ob die rosa Sitzung trotz der Pandemie stattfinden kann, „kann kein Mensch sagen“, sagt Rollinger. Das sei für den Verein bitter. Er spricht daher von einer momentanen „Durststrecke“ für das Schmit-Z und hofft: „Die Umbauarbeiten konnten wir nur durch Zuschüsse und Spenden realisieren. Wir hoffen, dass es weiter Spenden gibt für unsere Arbeit.“