Schmuckstück für Tarforst

Viel Lokalpatriotismus steht hinter der Renovierung der Tarforster Kirche St. Andreas. Um die Kosten von insgesamt 230 000 Euro zu schultern, sammelten die Gemeindemitglieder unermüdlich Spenden. In zweieinhalb Jahren kamen so 55 000 Euro in die Kasse.

Trier-Tarforst. (cofi) "Jetzt haben wir wieder eine schöne Kirche", freut sich Anna Willems, seit rund 30 Jahren Küsterin im Tarforster Gotteshaus. Ein Herzensanliegen war das Vorhaben für die 91-Jährige, für die gesamte Gemeinde und für Pfarrer Stefan Dumont. Das Dach war marode, Risse in den Außenwänden gefährdeten das Bauwerk, und die Heizungsanlage war veraltet. Auch um das der Kirche gegenüber liegende Pfarrhaus war es nicht besser bestellt.Nächste Projekte: Pflanzungen und neue Orgel

Das ehrgeizige Projekt haben die Tarforster im Herbst 2005 in Angriff genommen, denn schließlich mussten 40 Prozent der Baukosten aus Eigenmitteln finanziert werden. "Seit dem Beginn der Sammlungen haben die Tarforster kräftig zugelegt. Die Kirche ist ihnen sehr wichtig, und es haben sich tolle Initiativen im Dorf entwickelt", berichtet Dumont. Im September 2007 konnte der Startschuss fallen, 55 000 Euro kamen bei Pfarr- und Straßenfesten, Konzerten und mit Hilfe von Einzelspenden und Unterstützung der Ortsvereine zusammen. Neuer Schiefer wurde auf Dächern von Kirche und Pfarrhaus verlegt, der Glockenturm neu verkleidet und jeweils neue moderne Heizungsanlagen installiert. Auch die Außenfassade erhielt neben einem neuen Anstrich eine Generalüberholung, und nach rund vier Monaten Bauzeit konnte das Gerüst abgebaut werden."Jetzt ist die Kirche wieder ein Schmuckstück für die Tarforster", sagt Pfarrer Dumont. Doch damit nicht genug. Im Zuge der Dacharbeiten wurde auch der alte Wetterhahn abgebaut. Denn er war kaum noch funktionstüchtig und diente augenscheinlich den Jungen des Dorfes als Zielscheibe und wies einige Löcher auf. Trotzdem ist er Sinnbild für die Tarforster Gottesfürchtigkeit und wurde in einer halbstündigen Auktion versteigert. "Der alte Hahn bleibt im Besitz eines Tarforsters, und der Erlös floss ebenfalls in den Spendentopf", sagt Dumont. Die Mattheiser Kunstschmiede Unterrainer sorgte für Ersatz in blattvergoldetem Kupfer.Als letzten, abschließenden Schritt will die Kirchengemeinde im Außenbereich neue Bäume pflanzen und sucht noch Stifter für zwei Pflanzen. Auch soll die alte Orgel durch ein neues Instrument ersetzt werden. Aber das ist ein anderes Kapitel Tarforster Kirchengeschichte. "Die dafür bisher gesammelten Spenden sind zweckgebunden und noch vorhanden", sagt Dumont. "Aber dieses Vorhaben wurde zugunsten der Kirchenrenovierung erst einmal zurückgestellt."Spendenkonto der Kirchengemeinde: 971505, Sparkasse Trier, BLZ 58550130.

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