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Schnell und effektiv gegen Jugendkriminalität

Schnell und effektiv gegen Jugendkriminalität

Im März 2008 hat der damalige Polizeipräsident Manfred Bitter das Haus des Jugendrechts zum ersten Mal angekündigt, heute wird es in Trier-West eröffnet. Seine Bewohner sollen Jugendkriminalität effektiver als bisher bekämpfen.

Trier. Die Stadt feiert den Abschluss ihres angesichts leerer Kassen vorerst letzten großen öffentlichen Bauprojekts. Die fünf Millionen Euro teure Umwandlung des alten Kasernengebäudes in der Gneisenaustraße in Trier-West in ein Dienstleistungszentrum der Justiz lief über das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt. Das Ergebnis ist nach Ansicht des städtischen Presseamts ein "modernisiertes Denkmal", das den Stadtteil Trier-West aufwerte. Doch maßgeblich ist vor allem das Innenleben: Sieben Behörden und Institutionen wollen unter einem Dach das weite Feld der Jugendkriminalität gemeinsam schnell und effektiv bekämpfen. Der TV stellt diese sieben Teams im Detail vor.

Die Staatsanwaltschaft Trier schickt vier Mitarbeiter ins Haus des Jugendrechts: zwei Staatsanwälte und zwei sie unterstützende Mitarbeiterinnen, die sich um Aktenverwaltung, Registrierung und andere Aufgaben kümmern. Die Staatsanwälte bearbeiten alle Verfahren der allgemeinen Kriminalität, Straßenverkehrsdelikte und kleinere Betäubungsmitteldelikte gegen Jugendliche und Heranwachsende, die im Zuständigkeitsbezirk des Hauses des Jugendrechts - dazu gehören die Städte Trier und Konz sowie Teile der Verbandsgemeinde Trier-Land - leben.
Die Polizei Trier ist mit 14 Mitarbeitern im Haus des Jugendrechts vertreten. Das Gemeinsame Sachgebiet Jugend (GSGJ) besteht aus Beamten der Schutz- und Kriminalpolizei sowie einer Tarifangestellten. Die Dienststelle wird laut Mitteilung der Polizei nahezu alle jugendtypischen Straftaten von unter 21-jährigen Tatverdächtigen im Zuständigkeitsbereich bearbeiten.
DieBundespolizei ist ebenfalls mit im Team, sie sendet einen Mitarbeiter nach Trier-West.

Die Jugendgerichtshilfe Trier und Trier-Saarburg schickt je zwei Mitarbeiter für Stadt und Kreis sowie einen Jugendschutzbeauftragten ins Haus des Jugendrechts. Die Jugendgerichtshilfe soll erzieherische und soziale Gesichtspunkte in ein Strafverfahren einbringen und die Situation der straffällig gewordenen jungen Menschen verbessern.

Das Jugendhilfezentrum Don Bosco zieht mit zehn Mitarbeitern ein. "Wir sind mit allen ambulanten Angeboten präsent", sagt Carsten Lang, Leiter der Abteilung Hilfen zur Erziehung. "Wichtig ist uns die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Institutionen an der Schnittstelle Jugendhilfe und Justiz."

Der Verein Starthilfe ist mit seiner Geschäftsstelle und elf hauptamtlichen Mitarbeitern im Haus des Jugendrechts vertreten. Seit seiner Gründung 1971 beschäftigt sich der Verein mit der Betreuung von schwierigen und gefährdeten Jugendlichen und jungen Volljährigen sowie mit der Sozialisierung und Resozialisierung von jungen Straffälligen, Strafgefangenen und Strafentlassenen.

Die Eröffnungsfeier beginnt heute um 11 Uhr mit einem Festakt, an dem Innenminister Roger Lewentz und Justizminister Jochen Hartloff teilnehmen. Ab 14 Uhr folgt ein Tag der offenen Tür.