Schneller über die Grenze

Die Sauergemeinden Ralingen und Rosport planen den Bau einer Fußgänger- und Fahrradbrücke. Der Weg zwischen den Gemeinden würde dadurch um sechs Kilometer kürzer werden. Der Gemeinderat Ralingen will am morgigen Dienstag den Planungsauftrag beschließen.

Für die Ferienregion Sauertal wäre es eine deutliche Aufwertung: Ab 2016 soll eine Fußgänger- und Fahrradbrücke in der Nähe des Wasserkraftwerks Rosport den deutschen Radweg bei Ralingen-Wintersdorf mit dem Gegenstück auf der luxemburgischen Seite verbinden.

Für Wanderer und Radler aus Richtung Wintersdorf würde sich der Weg nach Ralingen und Rosport um gut sechs Kilometer verkürzen. Bisher sind die Radwegbenutzer auf deutscher Seite gezwungen, dem weitläufigen Sauerbogen zwischen Wintersdorf und Ralingen (siehe Kartengrafik) zu folgen. Den Stein ins Rollen brachte der Wintersdorfer Ortsvorsteher Volker Barth. Durch die Brücke, so Barth, schrumpfe die Entfernung von Wintersdorf nach Rosport für Radler und Fußgänger von heute 6000 auf künftig 800 Meter.

Die Vorteile einer solchen Brücke liegen für Ortsvorsteher Barth, den Ralinger Ortsbürgermeister Oswald Disch sowie den Rosporter Bürgermeister Romain Ossweiler auf der Hand: Die Anbindung der Anwohner zur jeweils anderen Sauerseite wird besser sowie die Busanbindung der Wintersdorfer über Wasserbillig nach Trier (die Anbindung auf deutscher Seite ist eher lückenhaft). Zudem hätten Wanderer und Touristen mehr Wahlmöglichkeiten bezüglich der Streckenlänge. Dass die Brücke kommen soll, steht für beide Seiten inzwischen fest. In mehreren Treffen haben die Ralinger und Rosporter Kommunalpolitiker das Projekt abgestimmt. Die Grundsatzbeschlüsse sind gefasst. Landrat Günther Schartz vom Kreis Trier-Saarburg und Bürgermeister Wolfgang Reiland von der Verbandsgemeinde Trier-Land befürworten den Brückenbau. In einer Sitzung am morgigen Dienstag will der Gemeinderat Ralingen das Büro eepi aus Bad Mondorf mit einer Machbarkeitsstudie und der Planung beauftragen. Die Rosporter Ratskollegen haben den Beschluss für ihre Seite schon in der vergangenen Woche gefasst.400 000 Euro Gesamtkosten


Die Projektleitung beim Bau soll der Verein Nationalpark Südeifel, bei dem Ralingen Mitglied ist, übernehmen. Die künftige Trägerschaft erhält der Zweckverband Internationales Sport-, Kultur- und Freizeitzentrum Ralingen-Rosport.

Ortsbürger Disch und Bürgermeister Ossweiler schätzen, dass das Genehmigungsverfahren etwa zwei Jahre dauern dürfte. Dabei sind der Hochwasser- und der Naturschutz zu berücksichtigen. Im Gespräch mit dem TV gehen die deutschen und luxemburgischen Kommunalpolitiker von rund 400 000 Euro Gesamtkosten aus. Oswald Disch etwas ironisch: "Der Kreis und die VG stehen zwar verbal voll hinter unseren Plänen. Aber bei der Finanzierung hat man schon abgewunken." Da es sich aber um ein grenzüberschreitendes Projekt handele, seien EU-Mittel aus dem InterReg- und dem Leader-Programm zu erwarten.Extra

Möglicherweise soll eine Aluminiumkonstruktion aus Fertigteilen in der Nähe des Rosporter Wasserkraftwerks errichtet werden. Die Länge dürfte 60 bis 70 Meter betragen. Wegen des Hochwasserschutzes werden sich die Planer wahrscheinlich für eine durchgehende Konstruktion ohne Pfeiler entscheiden, die nur auf den beiden Widerlagern an den Enden aufliegt. Anbieter ist die Firma Glück GmbH aus Welschingen/Baden. Eine ähnliche Brücke der Firma Glück ist bereits am unteren Speichersee des Kraftwerks Vianden zu sehen.