Schnitzeljagd-Fieber

TRIER. Geocaching heißt ein neues Hobby, bei dem immer mehr Menschen Schätze mit dem Navigationsgerät aufspüren. Außer Münzen und Alltagsgeräten aus der Römerzeit schlummern in und um Trier auch viele Schätze, die erst vor kurzem versteckt worden sind.

"Eigentlich ist es eine moderne Schnitzeljagd für Erwachsene", sagt Dirk Loose nach seiner ersten Geocaching-Tour. "Geocaching ist Wandern mit erhöhtem Spaßfaktor", beschreibt Boris Ruth sein Hobby, das in jüngster Zeit immer beliebter wird. Alles, was man zum Geocaching braucht, ist ein Global Positioning System (GPS) und ein Internetzugang. Die Regeln sind einfach: Irgendjemand versteckt eine Plastikdose mit Krimskrams, einen so genannten Cache, ortet mit einem GPS die Koordinaten des Verstecks und veröffentlicht diese im Internet. Boris Ruth und Dirk Loose haben sich die Route "Trierer Augenscheiner" ausgesucht. Der Startpunkt liegt in der Nähe des Trierer Weißhauses. Wie der Name verrät, führt die Strecke oberhalb des Weinbergs "Trierer Augenscheiner" entlang. "Genau deshalb haben wir den Schatz hier versteckt", erklärt Ulrike Link. "Mein Mann und ich denken uns Wanderstrecken aus, auf denen wir anderen besonders schöne Ausblicke auf die Landschaft bieten wollen. Und solche Routen laufen wir dann auch gern im Urlaub oder bei Ausflügen."Natur ist den Geocachern wichtig

Auf die Natur aufmerksam zu machen, ist vielen Geocachern wichtig. Durch die Initiative "Cache in Trasch out" zum Beispiel soll der Wald sauber gehalten werden. Dazu nimmt jeder Finder aus der "Schatztruhe" eine Plastiktüte heraus und sammelt auf dem Rückweg herumliegenden Müll auf. Boris Ruth schwärmt von den vielen Varianten des Spiels: "Es gibt Caches, die kann man nur nachts finden, weil Reflektoren den Weg markieren. Dann gibt es welche, für die man Kletter- oder Taucherausrüstung braucht. Aber es gibt auch Caches mit einfachen Wegen und Rätseln, die super sind für Familien." Die männlichen Teilnehmer der Expedition "Trierer Augenscheiner" sind besonders fasziniert von der Technik, die im Spiel ist. Die Zahlen auf Wegweisern und die Inschrift eines Denkmals führen immer näher zum Schatz und immer tiefer in den Wald hinein. Für Boris Ruth, der in der IT-Branche arbeitet, ist das Hobby ein idealer Ausgleich zum Beruf: "Ich sitze bei der Arbeit meistens im Büro, und so hat man einfach einen Grund rauszukommen. Und anders als beim Sport hat man beim Geocachen Bewegung kombiniert mit Denkaufgaben." Plötzlich piepst das GPS-Gerät und zeigt an: Im Umkreis von 20 Metern muss der Schatz versteckt sein. Dirk Loose spürt den Cache schließlich auf. Er trägt sich in das beiliegende Logbuch ein und darf zur Belohnung etwas aus der Dose nehmen. Er entscheidet sich für einen Flummi und legt als neuen Schatz einen Schlüsselanhänger hinein. Wieder zu Hause angekommen, wird der Fund im Internet notiert. Dann sucht Dirk Loose eine Schatzkarte für die nächste Route aus. Sommer, Urlaub, freie Zeit: Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, einmal etwas Neues auszuprobieren. Der TV stellt in loser Folge ausgefallene Sportarten vor, die oft wenig bekannt sind, aber auch in der Region Trier zunehmend Anhänger finden.

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