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Schöndorfer Straße Trier-Nord Einbahnstraße

Verkehr : Kein Durchkommen mehr Richtung Thebäerstraße

Nach mehr als 20 Jahren Kampf ändert sich die Verkehrsführung in der Schöndorfer Straße.

Die Schöndorfer Straße in Trier-Nord ist zwischen den Einmündungen Thebäerstraße und Reichsabtei ab sofort nur noch  eine Einbahnstraße in Richtung Reichsabtei. Das hat die Stadtverwaltung Trier mitgeteilt.  Die Regelung soll zur Verkehrsberuhigung und Erhöhung der Fußgängersicherheit beitragen. Dabei wird der Radverkehr im Gegenverkehr zugelassen. Der Ortsbeirat Trier-Nord hatte dies bereits im Oktober 2018 angeregt.

Schon im Jahr 2004 hatte eine Anwohnerinitiative dem damaligen Baudezernenten detaillierte Pläne vorgelegt, um den Verkehr im Viertel zu bändigen. Das wurde damals jedoch vom Stadtrat abgelehnt. Begründung: In der Thebäerstraße sei eine Spedition ansässig, die dann ihr Gelände nicht mehr anfahren könne, hieß es damals. Die Spedition gibt es mittlerweile gar nicht mehr. Etwas an der Situation hatte das aber nicht geändert.

Die Schöndorfer Straße verläuft durch ein Wohngebiet und wird laut Verwaltung dennoch oft genutzt, um die Ampeln der Roonstraße zu umgehen. In der Schöndorfer Straße befindet sich auch die Bischöfliche Förderschule St. Josef und in unmittelbarer Nähe die Privatschule St. Maximin. In dem Quartier sind daher viele Schüler zu Fuß unterwegs, die besonders geschützt werden müssen.

Außerdem ist die Straße abzüglich der markierten Parkflächen nur etwa 4,10 Meter breit. Für die sichere Begegnung zweier Autos wird jedoch eine Straßenbreite von mindestens 4,75 Meter benötigt. Der Verkehr muss deshalb momentan zwischen den markierten Parkbuchten warten, um den Gegenverkehr passieren zu lassen. Dies führt zu unübersichtlichen Verkehrssituationen.

Durch die Beschränkung auf eine Fahrtrichtung muss der Verkehr in die entgegengesetzte Richtung Umwege in Kauf nehmen. Die parallel verlaufende Balthasar-Neumann-Straße ist jedoch weniger als 200 Meter entfernt. Aus der anderen Richtung kommend, kann der Verkehr auf die Göbenstraße ausweichen, die rund 300 Meter entfernt ist. Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde im Rathaus wiegen somit die Vorteile für die Anwohner und die Verkehrssicherheit deutlich schwerer als die Nachteile der Allgemeinheit.

Die Anordnung der Einbahnstraße erfolgt zunächst testweise für die Dauer eines Jahres, um die Verlagerungseffekte und damit erhöhte Verkehrsbehinderungen auf umliegenden Straßen zu untersuchen.

 Seit 20 Jahren beschweren sich viele Anwohner über den Verkehr in der Schöndorfer Straße. Nun hat die Stadtverwaltung reagiert.
Seit 20 Jahren beschweren sich viele Anwohner über den Verkehr in der Schöndorfer Straße. Nun hat die Stadtverwaltung reagiert. Foto: TV/Hans-Peter Linz

Die neue Regelung in der Schöndorfer Straße ist nun bereits die zweite Forderung nach einer Verbesserung der Verkehrssituation in diesem  Trier-Norder Stadtquartier, die für viele Bürger wohl überraschend umgesetzt worden ist. Seit wenigen Wochen gilt nämlich auch Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit in der Paulinstraße zwischen der Porta Nigra und dem Wasserweg.