1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Schönes Wohnen, Hotels und ein Hafen

Schönes Wohnen, Hotels und ein Hafen

50 bis 60 Wohnungen in Häusern und Reihenhäusern, Hotels, Gewerbe und möglicherweise sogar ein Sportboothafen: So könnte die Zukunft der ehemaligen französischen Gendarmerie in der Zurmaiener Straße aussehen.

Was wird aus dem Castel Feuvrier, dem Gelände zwischen Nordbad und Studentenwohnheim am Moselufer? Derzeit wird ein Teil von der Bundespolizei gemietet. Ein weiterer Teil steht leer, wird aber im Sommer für eine Ausstellung genutzt. Die ist aber nach neun Wochen vorbei, und der Umzug der Bundespolizei in die Weberbach 2011 so gut wie in trockenen Tüchern. Ein Grundstück von 230 Metern Länge und rund 110 Metern Tiefe zwischen Zurmaiener Straße und Moselufer liegt dann brach. Eine hochwertige Konversionsfläche, für die alte Pläne nun wieder relevant werden könnten.

Triwo legte schon 2005 erste Pläne vor


Schon 2005 hatte die Trierer Wohnungs- und Gewerbebau AG (Triwo) die Idee, das Gelände mit Wohnungen, einem Hotel und einem Hafen für Sport- und Segelboote zu bebauen. Der Stadtrat beschloss im April 2004 die Aufstellung eines Bebauungsplans - den gibt es aber bis heute nicht, weil die Bundespolizei so lange vergebens einen neuen Standort suchte. Nachdem der nun klar ist, will die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) das dem Staat gehörende Gelände zum Verkauf ausschreiben. "Es gibt eine Rahmenplanung, die mit der Stadt abgestimmt ist", sagt Norbert Kraff, regionaler Verkaufsleiter der Bima. Demnach muss ein künftiger Investor zur Moselseite hin eine Wohnbebauung errichten. Zur Zurmaiener Straße hin sind Läden, Büros oder ein Hotel erlaubt. Zum Ufer hin darf dreigeschossig, zur Straße hin viergeschossig plus Staffelgeschoss gebaut werden, sagt Kraff. Während die Gebäude verschwinden dürfen, muss ein Teil des alten Baumbestandes erhalten bleiben. Nicht ganz einfach wird die Erschließung: Der Käufer muss nicht nur eine Linksabbiegespur stadtauswärts zum Gelände hin anlegen, sondern auch auf Höhe der Kabinenbahn eine Wendemöglichkeit schaffen. Die Ausschreibung soll Ende Mai fertig sein, dann müsste die Stadt mit einem Bebauungsplan Baurecht schaffen - was laut Presseamt zusammen mit dem Investor geschehen soll. Im Herbst 2011, schätzt Kraff, könnten theoretisch die Bagger anrollen. Und was wird aus der Idee eines Sportboothafens? Bei der Zukunftskonferenz Trier-Nord lehnten die Bürger die Idee mehrheitlich ab. Im Stadtteilrahmenplan 2008 dagegen wird ein stadtnaher Anleger als "Schlüsselprojekt" bezeichnet. "Die Stadt möchte eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Moselufer", heißt es dazu aus dem Rathaus. Die Idee lebt also weiter.

Wohnwerk folgt wieder den Franzosen
Zum dritten Mal schlägt die Einrichtungsmesse "Wohnwerk" in diesem Jahr ihre Zelte in Trier auf. Die Macher erwarten in den neun Wochen von Mitte August an bis zu 40 000 Besucher.
Trier. (mic) Es waren Hinterlassenschaften des französischen Militärs, die sich die Gebrüder Hubor aus Mettendorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) 2000 und 2005 für ihre Designer-Ausstellung "Wohnwerk" als Veranstaltungsort aussuchten. 2000 rüsteten sie ein Gebäude der französischen Pioniere im heutigen Gewerbegebiet Pi-Park zum Ausstellungsraum um. 2005 zeigten sie, was man aus einem Garnisonsgebäude in Trier-Nord machen kann: Noch während der Ausstellung fand sich mit der Josef-Seibel-Gruppe ein Käufer für das ehemalige Franzosen-Areal in der Metternichstraße. Heute sind dort auf 23 000 Quadratmetern eine gläserne Schuhfabrik, die Gaststätte Romikulum mit Biergarten und Veranstaltungszelt und die Romika-Zentrale untergebracht.
Auf den Spuren der Franzosen sind Willi und Walter Hubor auch 2010 wieder: Für das "Wohnwerk" wurden die Gebäude der ehemaligen französischen Gendarmerie (siehe großer Artikel) ausgewählt. Auf 4500 bis 5000 Quadratmetern Fläche - einem Teil der gesamten Liegenschaft - werden die Hubors ihre Designer-Möbel und Einrichtungs-Ausstellung präsentieren unter dem Motto: "Möbel entdecken, Musik erleben, Menschen treffen." Dabei sind die Besitzer einer Schreinerei und eines Einrichtungshauses aus der Eifel nicht allein: Rund 100 Firmen aus der ganzen Region werden in den neun Wochen ihre Produkte präsentieren, weitere sind Hubor&Hubor noch willkommen.

Wie schon 2005 ist der Veranstaltungszeitraum in Themenwochen unterteilt. Sie reichen von Wellness über Mobilität, Durchblick, Tischkultur und Sport bis zu Gestaltung am Bau, Luxemburg, einer Mediterranen Woche und abschließend der "Hubor & Hubor - Kunst & Kultur-Woche". Beginn ist am 13. August, Ende am 10. Oktober. Geöffnet ist die Messe jeweils von donnerstags bis sonntags, von mittags bis in die Nacht hinein.

Meinung Große Chance
Die Mosel mehr in die Stadt zu integrieren, das Ufer zu beleben - das war eines der großen Wahlkampfziele von Oberbürgermeister Klaus Jensen. Bisher wurde nach seiner Wahl in Sachen Stadt am Fluss aber vor allem viel geredet und wenig bewegt - die Stadt hat für große Investitionen schlicht kein Geld. Mit der Entwicklung des Castel Feuvrier könnte sich das ändern. Über den Bebauungsplan kann die Stadt die Investorenpläne noch steuern. Da darf auch eine gute Idee wie die eines Sportboot-Anlegers ruhig wieder auf den Tisch kommen. Denn das Castel Feuvrier ist eine große Chance, der Stadt am Fluss endlich Leben einzuhauchen. m.schmitz@volksfreund.de