Schon der Anblick stinkt zum Himmel

Schon der Anblick stinkt zum Himmel

Manchmal kann eine Beschwerde schnell für Abhilfe sorgen: Schon wenige Tage, nachdem ein Besucher aus Bernkastel-Kues Alarm geschlagen hatte wegen des Zustands der Toilette am Palastgarten, reagierte die Stadtverwaltung. Ganz gelöst ist das Problem aber noch nicht.

Trier. Es war eine Art Kulturschock, die TV-Leser Paul-Josef Schömann-Finck aus Bernkastel-Kues erlitten hat. Vor dem "War Requiem" zum Auftakt des Mosel Musikfestivals in der Konstantin-Basilika habe er "ein dringendes Bedürfnis verspürt und wollte das benachbarte WC im Palastgarten aufsuchen". Kaum dort angekommen, verspürte er nur noch das Bedürfnis, diesen Ort schnellstmöglich zu verlassen. "Ein ganz schlimmer Schweinestall. Sowohl hygienisch als auch vom Anblick her. Einfach schrecklich. Ein Schandfleck für die Tourismusmetropole Trier", sagt der 69-Jährige. Auf eine detaillierte Zustandsbeschreibung wird an dieser Stelle höflich verzichtet.
Schömann-Finck wandte sich per E-Mail an die Stadt, der das Toilettenhäuschen mit Kiosk gehört, und an den Trierischen Volksfreund, der sich daraufhin vor Ort umsah und ebenfalls mit dem Rathaus in Verbindung setzte.
Stadt: "Bedauerliche Situation"


"Eine sehr bedauerliche Situation", bestätigte Stadt-Pressesprecher Ralf Frühauf. Es habe bereits mehrere Beschwerden in dieser Sache gegeben. Das Problem sei ein zweifaches: Zu einen sei der private Pächter seiner Verpflichtung zur täglichen Reinigung zeitweilig offenbar nur ungenügend nachgekommen. Zum anderen sei die fraglos "in die Jahre gekommene Toilettenanlage häufig Ziel mutwilliger Zerstörung".
Das zuständige Amt für Gebäudewirtschaft sei gerade dabei, ein neues Konzept für die Unterhaltung der städtischen Toiletten zu erarbeiten. Frühaufs Ankündigung, die Situation am Palastgarten werde kurzfristig verbessert, ist die Stadt nachgekommen: Die Graffiti-Schmierereien sind inzwischen beseitigt, und offenkundig wird auch wieder täglich gereinigt.
Für Schömann-Finck ist der Fall damit noch nicht erledigt: "Ich erwarte eine Entschuldigung und ein klares Bekenntnis der Stadt, dass sie das, was ich habe sehen müssen, künftig strikt verhindert. Sie will doch schließlich, dass Gäste wiederkommen - oder etwa nicht?"
Paul-Josef Schömann-Finck wird sich die Palastgarten-Toilette "garantiert nie wieder zumuten", sondern einen guten Rat von Mosel Musikfestival-Intendant Hermann Lewen (61) befolgen: Bei Konzerten in der Konstantin-Basilika oder nebenan im Kurfürstlichen Palais oder dessen Innenhof steht den Besuchern die Toilette des Parkhauses Basilika (Betreiber: Stadtwerke Trier) zur Verfügung. Die ist laut Lewen "immer in einem tadellosen Zustand".

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