Schrecksekunden in der Nacht

Wegen eines Schwelbrands in der Trierer Aldi-Filiale Nagelstraße haben in der Nacht zum Dienstag 22 Bewohner das Gebäude verlassen müssen. Drei Menschen wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Früher Dienstagmorgen, gegen 3.15 Uhr. Bei einer Sicherheitsfirma in Saarbrücken schlägt ein Brandmelder aus der Trierer Innenstadt an: Feuer in der Aldi-Filiale Nagelstraße. Ein Mitarbeiter der Firma alarmiert die Trierer Polizei.

Die Beamten rücken aus und wecken die schlafenden Bewohner in den Obergeschossen des Wohn- und Geschäftshauses - Schrecksekunden mitten in der Nacht. Alle 22 Bewohner verlassen das Gebäude, werden in Polizei- und Rettungsdienstfahrzeugen untergebracht.

Unterdessen bekämpfen 32 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Trier und der Freiwilligen Feuerwehr Olewig den Brand im Erdgeschoss. "Es gab eine starke Rauchentwicklung und die Gefahr einer Durchzündung", schildert Einsatzleiter Mario Marx die Lage. Als Brandherd wird eine Tiefkühltruhe ausfindig gemacht und schnell gelöscht. Im gesamten Gebäude werden Be- und Entlüfter aufgestellt.

Gegen 5 Uhr können die meisten Bewohner ins Haus zurück. Drei Menschen werden wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Filiale bleibt vorläufig geschlossen



Experten der Kriminalinspektion Trier untersuchen den Brandort, stellen als Ursache einen technischen Defekt im Aggregat der Kühltruhe fest.

Am Morgen beginnen aufwendige Aufräumarbeiten. Der Eingang zum Discounter ist mit Paletten versperrt, das Glas der Eingangstür gesprungen. Auf einer Leiter versucht ein Handwerker, den ausgefallenen Schließmechanismus der Automatiktüren zu reparieren. Die Waren im Laden sind mit Ruß überzogen, der Boden ist ebenfalls von schwarzen Brandrückständen bedeckt.

Auch draußen riecht es noch intensiv nach Qualm. Passanten und Einkaufswillige bleiben im Sekundentakt verwundert stehen und versuchen, einen Blick in die verrußten Räume zu werfen. Im ersten Obergeschoss stehen die Fenster zum Lüften weit offen.

Im und vor dem Geschäft beraten mehrere Mitarbeiter des Discounters, wie es weitergeht. "Alle Waren werden selbstverständlich vernichtet", sagt einer. Mehrere Tage, möglicherweise bis Ende nächster Woche müsse die Filiale geschlossen bleiben.

"Vielleicht muss alles neu gemacht werden"



"Wann wir wieder öffnen können, hängt davon ab, was die Sachverständigen sagen", erklärt der Mitarbeiter. "Vielleicht reicht es aus, Wände und Regale zu reinigen. Vielleicht muss auch alles neu gemacht werden." Der Schaden, den der Schwelbrand in der Filiale angerichtet hat, sei noch nicht zu beziffern.