Schritt aufeinander zu

TRIER. Das Judentum in der Vergangenheit und Gegenwart: Mit Vorträgen zu diesem Thema befasst sich das Buch "Themen des Judentums, Juden im Trierer Land", herausgegeben von Vladimir Raskin. In einer Feierstunde in der Stadtbibliothek Trier hat er das Buch präsentiert.

Professor Vladimir Raskin, der Herausgeber des Buches, das in russisch und deutsch verfasst ist, konnte stolz auf drei Jahre harte Arbeit der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zurück blicken. Die Basis des Buches bilden 22 Referate, die im Jahr 1999 während einer Tagung gehalten wurden. Fotos über das Leben von Juden in Trier sind in einem Bildteil zu finden."Deutsche und aus Russland kommende jüdische Autoren haben zusammen gearbeitet und durch dieses Buch wieder einen Schritt zueinander gemacht", beschreibt Raskin die Bedeutung des Gemeinschaftswerkes, an dem die Trierer Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit durch Professor Gunther Franz und Paul Kreutzer, sowie Professor Reinhard Bohlen vom Emil-Frank-Institut Wittlich als Mitglieder der Redaktion maßgeblichen Anteil hatten.Ein Anliegen beschäftigt Raskin schon lange: "Man sollte ein jüdisches Bildungszentrum gründen, vielleicht auch mit Museum, das den Namen des letzten Trierer Rabbiner, Adolf Altmann, trägt und all die Papiere und Fotos bewahrt."Von 796 Juden kehrten 14 nach Trier zurück

Die Übersetzung des Buches ins Russische wurde von Leo Korchemny vorgenommen, dabei wurde er von Anne Retza unterstützt. Ihre persönlichen Erfahrungen mit den Schicksalen Trierer jüdischer Bürger vor und nach dem Holocaust hatten sie veranlasst, ehrenamtlich daran mitzuarbeiten. Das Bistum Trier, die Evangelische Kirche im Rheinland und das Kulturdezernat der Stadt Trier ermöglichten durch finanzielle Unterstützung die Herstellung des Buches durch den Paulinus-Verlag.Franz berichtete in seiner Ansprache von der Geschichte der jüdischen Bürger in Trier. Von den im Jahr 1933 in Trier lebenden 796 Personen kehrten nach dem Kriegsende 14 nach Trier zurück. Heute hat die Jüdische Gemeinde wieder 400 Mitglieder. Nicht immer ist die Integration der meist aus Russ-land stammenden Menschen einfach. Auch davon ist im Buch die Rede. Als Historiker hatte Franz für sie einen Rat: "Um in Trier heimisch zu werden, muss man sich mit der Geschichte beschäftigen."Thomas Juncker vom Paulinus-Verlag kündigte die Veröffentlichung eines weiteren Werkes an. Es beschäftigt sich mit dem alten jüdischen Friedhof in der Weidegasse.