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Schröers "älteste Freundin"

Schröers "älteste Freundin"

TRIER. Im Jahr 1901 ist sie geboren, zwei Weltkriege hat sie miterlebt. Was war es, das Katharina Crames half, so alt zu werden? Gelassenheit! Das Leben so zu nehmen, wie es ist. Ihr Rat: "Denke nicht zurück!"

Im zweiten Stock des Alten- und Pflegeheims St. Irminen sind die Tische festlich gedeckt, gut zwei Dutzend Senioren sitzen gemütlich bei Kaffee, Kuchen und Kerzen. Am Ehrenplatz sitzt die Jubilarin und singt mit Oberbürgermeister Helmut Schröer "Am Brunnen vor dem Tore". Obwohl offensichtlich bereits von der Anstrengung ermüdet, singt Katharina Crames alle Strophen des Liedes mit. Ihr prominenter Besucher strahlt: "Ist das nicht unglaublich?" "Vergessen, was war. Sonst wird man nicht glücklich"

Es folgt das Lied "Im schönsten Wiesengrunde", bevor der OB extra für's Geburtstagskind "Mer schenke de Ahl e paar Blömcher" singt. Er gratuliert ihr im Namen des Stadtrats, der Verwaltung, des Ministerpräsidenten. "Sie ist erschöpft, sie lebt von der Sekunde", sagt ihre angeheiratete Nichte Jutta Crames, die mit einer Freundin aus Lübeck angereist kam. "Letztes Jahr hat sie noch mit ihm geflirtet." 1993 war Katharina Crames von Mettlach nach Trier gezogen, bis vor vier Jahren lebte sie bei ihrer Nichte Doris Bauer auf der Grafschaft. Daher ist heute auch der Feyener Ortsvorsteher Michael Jacoby zum Gratulieren erschienen. "Sie hat Hauswirtschaft gelernt", berichtet Doris Bauer, die die Seniorin täglich besucht. "Immer war sie für ihre Eltern und Geschwister da. Ich bewundere ihre Zufriedenheit mit dem Leben!" Neffe Gerd Crames aus Bad Schwartau ergänzt: "Sie war eine ausgezeichnete Köchin." Nichte Lilly Lesch lächelt: "Sie war immer sehr liebevoll zu mir. Wir haben gern zusammen gesungen." Für Doris Bauer hatte Katharina Crames vor einigen Monaten einen guten Rat: "Man muss alles vergessen, was mal war! Sonst wird man nicht glücklich."