Schüler aus der Region entwickeln PC-Spiele

Schüler aus der Region entwickeln PC-Spiele

Die Universität Trier hat in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Gymnasium Trier zum zweiten Mal für Schüler der Klassen zehn bis zwölf ein Informatikcamp veranstaltet. Knapp 80 Schüler bewarben sich um die 30 Plätze.

Trier. (red) Die Uhr tickt: In zwei Stunden soll das Computerspiel für die große Abschlusspräsentation fertig sein. Leonard Mennhofer und Carsten Mayer zerbrechen sich vor dem Bildschirm die Köpfe, wie sie störende Flecken in ihrer Computeranimation entfernen können. Leonard und Carsten sind zwei von 30 jungen Teilnehmern des Informatikcamps, das die Universität Trier in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Gymnasium Trier zum zweiten Mal für Schüler der Klassen zehn bis zwölf veranstaltet hat.

Teilnahmevoraussetzungen waren Interesse an Mathematik und Informatik. Programmierkenntnisse waren hilfreich, aber keine Voraussetzung. Das große Interesse dürfte auch an der Aufgabenstellung für die jungen Talente gelegen haben. Sie sollten in den vier Camptagen Computerspiele entwickeln. Vom Minenlabyrinth bis zu Würmern, Drachen und Raumschiffen reichte die Fantasie der jungen PC-Spezialisten. Bevor es an die Praxis ging, wurden theoretische Grundlagen gelegt. In regulären Vorlesungen des Fachbereichs oder in eigenen Unterrichtseinheiten beschäftigten sich die Schüler mit Algorithmen und Datenstrukturen, Programmierung und mathematischen Grundlagen zur Computergrafik. "Bei dieser Gelegenheit hat man auch gleich mal eine Universität kennengelernt", wusste Campteilnehmer Thomas Reiß den durchaus beabsichtigten Nebeneffekt zu schätzen. Dass der praktische Teil an Tastatur, Maus und Bildschirm spannender war als die trockene Mathematik, verhehlte er nicht. Unkomplizierter war die praktische Umsetzung am Rechner aber nicht. "Spiele zu programmieren, gehört in der Informatik zu den anspruchsvollsten Aufgaben", erklärte Ingo Scholtes, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Informatik der Universität Trier. Mit seinen Kollegen vom Fachbereich stand er im Camp stets mit Rat und Tat zur Seite. "Alle sind begeistert bei der Sache. Einige haben bis spät abends gearbeitet", lobte Scholtes den Enthusiasmus der Schüler und erhielt ein positives Echo zurück. "Die Betreuer sind sehr nett und motiviert. Man hat in diesen Tagen sehr viel gelernt", waren sich Simon Feiden aus Temmels und Philipp Mohr aus Schweich, beide Schüler des Trie-rer Max-Planck-Gymnasiums, einig. Beide können sich vorstellen, nach dem Abitur Informatik zu studieren. In einer großen Abschlusspräsentation, zu der die Eltern eingeladen waren, stellten die Gruppen ihre Ergebnisse vor. "Es ist toll, dass man am Ende etwas Fertiges vorzuweisen hat", meinte Leonard Mennhofer aus Wiesbaden, mit 15 Jahren jüngster Teilnehmer. "In der Informatik steht sinkenden Absolventenzahlen eine steigende Nachfrage in der Industrie gegenüber. Die Berufsaussichten sind also hervorragend. Häufig wählen Schüler aber Studienfächer, in denen sie später schlechtere Perspektiven haben. Wir wollen Talenten frühzeitig einen Einblick geben und Vorurteilen und Missverständnissen über das Informatikstudium entgegenwirken", erläuterte Professor Stephan Diehl von der Universität Trier die Grundidee des Informatikcamps und zugleich die Motivation, auch im nächsten Jahr wieder Schüler an die Universität einzuladen.

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