Schüler diskutieren über Konsum und Lebensstil

Schüler diskutieren über Konsum und Lebensstil

400 Schüler des Balthasar-Neumann-Technikums, des Friedrich-Spee-Gymnasiums und des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums haben sich über das Konzept des ökologischen Fußabdrucks informiert. Nach einer multimedialen Präsentation zur Einführung diskutierten die Schüler ihre Fragen und Ideen zum Thema.

Trier. Die Schüler der neunten, zehnten und elften Klassen des Friedrich-Spee-Gymnasiums lauschen gebannt dem Film der Multivision "Fair Future - Der ökologische Fußabdruck". Was sie hier erfahren, trägt nicht unbedingt zu ihrer Beruhigung bei. Der westliche Konsum- und Lebensstil führt zur Ausbeutung der Natur und der Menschen in anderen Teilen der Welt.
"Das reiche Viertel der Bevölkerung verbraucht drei Viertel der Ressourcen des Planeten", erläutert Björn Wiehle, Moderator der Veranstaltung, in seinen einführenden Worten. "Das heißt im Umkehrschluss, dass drei Viertel der Weltbevölkerung mit gerade einmal einem Viertel der natürlichen Ressourcen leben müssen."
In der westlichen Welt sind es vor allem die Bereiche Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsumverhalten, die zu dieser ungleichen Verteilung führen. Diese Bereiche zusammengenommen ergeben den "ökologischen Fußabdruck".
Dieser Begriff bezeichnet die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil und -standard eines Menschen zu erhalten. Flächen und Ressourcen auf dem Planeten sind begrenzt - je größer also der Fußabdruck des einen, umso kleiner ist der eines anderen.Nach Film und Präsentation steigen die Schüler in eine rege Diskussion ein. Dabei zeigen sich sie sich durchaus kritisch etwa gegen die Vorschläge zum Konsum von Bio- oder Fair-Trade-Produkten. "Das ist zu teuer, dass kann sich doch gar nicht jeder leisten. Wie sollen denn Empfänger von Hartz-IV- Leistungen das stemmen?", fragt zum Beispiel Jana Lorig, Schülerin der 11. Klasse.
In der Regel nähmen die Schüler die Veranstaltung positiv an, sagt Moderator Wiehle. "Häufig bekommen wir im Nachhinein ein positives Feedback. Viele Schüler nehmen die Veranstaltung auch als Anlass, ein eigenes Projekt zum Umweltschutz oder zum nachhaltigen Konsum zu entwickeln." lbe
Im Internet kann man seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnen lassen. Möglich ist dies zum Beispiel unter www.footprint-deutschland.de
Extra

Die bundesweite Kampagne Fair Future ist ein Projekt des Hamburger Vereins Die Multivision in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie, Oxfam Deutschland und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Ziel der Kampagne ist es, Jugendlichen die Problematik von Klimawandel und ungerechter Verteilung der Ressourcen auf der Welt bewusst zu machen. Gleichzeitig sollen sie angeregt werden, eigene Ideen und Projekte rund um das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu entwickeln. Das Projekt tourt insgesamt drei Jahre durch 1000 Schulen in Deutschland. 500 000 Schüler sollen damit angesprochen werden. Weitere Informationen gibt es unter www.fairfuture.delbe