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Schüler spielen mit dem Grammy-Star bei Jazz am Dom in Trier

Musik : Schüler spielen mit dem Grammy-Star

Bei der 19. Auflage von „Jazz am Dom“ in Trier gab es gleich mehrere Premieren. Den Höhepunkt im Programm bildete ein ganz besonderer Auftritt einer Jazz-Ikone.

Nils Thoma steht etwas außerhalb hinter einem Stehtisch und blickt mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf das Geschehen auf dem Domfreihof. Es ist der zweite Tag von „Jazz am Dom“; auf der Bühne spielt die neu gegründete Rubato Swingformation. Davor sitzt das Publikum normal an Biertischen. Viele stehen zu diesem Zeitpunkt allerdings noch unter den Platanen, wo sie bei einem kurzen Regenschauer Zuflucht gesucht haben.

Einer der Zuhörer ist Gerd Irion. Der Freiburger besucht Freunde in Trier und ist zum ersten Mal beim Jazzfestival. Ihm gefalle es sehr gut, sagt er. „Gute Atmosphäre, gute Musik, und der Wein ist auch lecker“.

Auf der Bühne  herrscht ebenfalls gute Laune. Stefan Butterbach leitet die Schulbigband „Laid Back“ aus Hermeskeil, mit der er regelmäßiger Gast bei „Jazz am Dom“ ist. Trotzdem ist der Auftritt im Herzen der Stadt für die Gruppe immer etwas Besonderes: „Nicht nur uns, sondern vor allem auch den Schülern bereitet es immer sehr viel Freude, hier zu spielen. Das Publikum ist sehr dankbar, sehr aufgeschlossen, sehr wohlwollend. Es kommt auch immer ein gutes Feedback“, sagt Butterbach.

Zum ersten Mal erstreckt sich das Musikfestival über vier Tage. Zu der ursprünglich zweitägigen Veranstaltung kam vor einigen Jahren der Pfingstmontag dazu, an dem sich mittlerweile schon traditionell die Musikvereine der Region präsentieren können. Nils Thoma: „In diesem Jahr haben sich aus einer glücklichen Fügung in Trier zwei Soul-Großformationen gegründet.“ Die Bühne stehe am Freitag sowieso schon. Da habe man sich gesagt: „Warum nicht das Wochenende mit Soul einleiten?“

Thoma ist der erste Vorsitzende des Jazz-Clubs Trier, der für die Organisation der Künstler zuständig ist. Die spielen alle ohne Gage. „Dass sie hier eine so geile Location haben, an der sie ihre Mucke machen können, ist für viele schon Grund genug“, sagt Thoma mit einem Leuchten in den Augen. In diesem Jahr ist ihnen jedoch ein besonderer Coup gelungen.

Den Höhepunkt des Wochenendes bildet der Auftritt von Heiner Wiberny. Fast 30 Jahre lang hat er in der Rundfunkbigband des WDR gespielt und mit ihr mehrere Grammys gewonnen. „Ich finde, die Big Band des WDR ist seit 20 Jahren – wenn nicht länger – eine der zehn besten weltweit“, sagt Thoma. Das erste Altsaxofon, das Wiberny gespielt hat, sei dabei eins der wichtigsten Instrumente.

Das Besondere an seinem Auftritt in Trier: Begleitet wird Wiberny nicht von einer professionellen Big Band, sondern von der des Gymnasiums in Konz. Seit Jahresbeginn übten die Schüler Wibernys Arrangements ein. Einen Tag vor dem Konzert folgte dann die erste und einzige gemeinsame Probe.

Auf der Bühne ist von der fehlenden Erfahrung nichts zu spüren. Heiner Wiberny und die Schulband spielen zusammen, als hätten sie das schon immer getan. In den Soli wird die Klasse des Profis deutlich, doch auch von den Gymnasiasten sei er ziemlich beeindruckt gewesen, sagt Nils Thoma.

Dazu sei der Platz von früh bis spät voll gewesen. Er bilanziert: „Trotz der Wetterkapriolen ist es bestens gelaufen.“