Schüler streiken für den Klimaschutz

Protestaktion : Schüler streiken für den Klimaschutz

„Fridays for future“ heißt die Parole, was soviel bedeutet wie „Freitage für die Zukunft“. Damit rufen deutschlandweit Schüler ihre Mitschüler zum Streik während der Unterrichtszeit und somit zum Schuleschwänzen auf.

Auch in Trier treffen sich am Freitag, 18. Januar, um 10 Uhr Jungen und Mädchen auf dem Domfreihof, um ihrem Unmut über die Klimaschutz-Politik Luft zu machen. Von dort aus marschieren sie über den Hauptmarkt, die Brotstraße und den Viehmarkt bis zum Rathaus. Dort endet die Aktion gegen 12 Uhr.

Die Jugendlichen haben die Demo selbst auf die Beine gestellt. Ronja Heimann von der Waldorfschule Trier ist eine der etwa 45 Organisatorinnen und sagt ganz selbstbewusst. „Wir rechnen mit etwa 200 Demonstranten. Schüler vom Humboldt-Gymnasium, Auguste-Viktoria-Gymnasium und Max-Planck-Gymnasium haben zugesagt. Die Schulen haben damit gar nichts zu tun. Den Streikenden ist das Mitmachen selbst überlassen.“

Die Demo durch die Trierer Innenstadt soll laut Heimann laut, fröhlich und bunt werden, mit Schildern und Sprüchen. Aber auch eine gehörige Portion Wut sei mit dabei. „Schließlich geht es um unsere Zukunft:“

Da es sich nicht um eine Schulveranstaltung, sondern um eine ganz normale Demo handele, liege die Verantwortung eben auch nicht bei den Schulen, sondern bei jedem Demonstrierenden selbst.

Die Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD) begrüßt das Anliegen der Schüler ausdrücklich. „Es ist gut, dass sich junge Menschen engagieren und ihre Interessen in Fragen des Klima- und Umweltschutzes vertreten“, sagt ADD-Pressesprecherin Eveline Dziendziol. Eine Beurlaubung könne laut Schulordnung jedoch nur aus wichtigem Grund erfolgen. Wichtige Gründe seien Trauerfälle in der Familie, ein Arztbesuch, Engagement in der Schülervertretung oder religiöse Gründe. Eine Demonstration für die Umwelt ist nicht auf der Liste. „Eine Beurlaubung der Schülerinnen und Schüler kann während der Unterrichtszeit deshalb nicht gewährt werden.“

Den Aktivisten ist das bewusst. „Fehlstunden müssen dabei in Kauf genommen werden“, sagt Ronja Heimann. Auch eine 16-Jährige vom Humboldt-Gymnasium Trier sieht dies ähnlich: „Der menschengemachte Klimawandel ist eins der größten Probleme unserer Zeit. Und leider reagiert unsere Bundesregierung nicht ansatzweise angemessen auf die Zerstörung unserer Umwelt. So wird Deutschland seine Klimaziele meilenweit verfehlen. Wenn die Erwachsenen unsere Zukunft zerstören, müssen wir handeln und uns einmischen! Wir müssen zeigen, dass wir den Klimawandel, der nicht nur Tiere und Umwelt, sondern auch Menschen konkret gefährdet, nicht hinnehmen werden. Stattdessen wollen wir gemeinsam für unsere Zukunft, für die Zukunft der Menschheit und die Zukunft unser Erde kämpfen! Und deshalb streiken wir!“

„Fridays for future“ ist nach eigenen Angaben eine selbstorganisierte, basisdemokratische Bewegung, die zeigen will, dass Jugendliche weder unpolitisch noch machtlos sind. Mit ihrem Engagement wollen sie Druck auf die Politik ausüben.

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