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Schülerin und Lehrer zeigen Symptome - Nun doch Tests an der Nelson Mandela Realschule plus

Kostenpflichtiger Inhalt: Covid-19 : Schülerin und Lehrer zeigen Symptome – Nun doch Tests an der Nelson Mandela Realschule plus (Update)

Nun bekommen 160 Schüler und Beschäftigte der Nelson Mandela Realschule plus in Trier die Möglichkeit, sich auf Covid-19 testen zu lassen. Anlass sind Krankheitssymptome bei einer Schülerin und zwei Lehrerinnen.

Eine neue Situation erfordere eine Reaktion des Gesundheitsamtes, hat die dafür zuständige Kreisverwaltung Trier-Saarburg am Montagnachmittag mitgeteilt. Am Freitag hatte das Amt weitere Tests in der Nelson Mandela Realschule plus auf das neuartige Coronavirus abgelehnt. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte das gefordert. Nun gebe es neue Verdachtsfälle.

Das Gesundheitsamt habe erst jetzt erfahren, dass eine Schülerin, die sich seit einer Woche zu Hause befindet, bereits seit mehreren Tagen Symptome zeigt. „Außerdem sind am Wochenende bei zwei weiteren Lehrerinnen der Schule Symptome aufgetreten.“ Bei ihnen seien nun Abstriche für eine Untersuchung auf Covid-19 gemacht worden, deren Ergebnisse aber noch nicht vorlägen.

 „Um den Unsicherheiten der Schülerinnen und Schüler, ihrer Familien sowie der Bediensteten der Schule zu begegnen, wird nun das Testangebot gemacht“, heißt es in der Mitteilung der Kreisverwaltung. Bezeichnet wird das als vorsorgliche Maßnahme, denn das Gesundheitsamt geht nach wie vor davon aus, dass das Ansteckungsrisiko in der Schule in Trier-Süd gering ist. Dort war in der vergangenen Woche eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bei einer Lehrerin bekannt geworden. Sie befindet sich seither in häuslicher Quarantäne.

Foto: Rainer Neubert

Die Eltern der Schüler reagieren auf die Hinweise auf weitere mögliche Erkrankungen mit Sorge und Entsetzen. Auf das Angebot, nun doch alle Personen zu testen, die in Kontakt mit der infizierten Lehrerin gekommen sein könnten, reagieren sie mit Kopfschütteln. „Diese Entscheidung ist definitiv zu spät gefallen“, sagt Patricia Müller, Mutter eines betroffenen Schülers der 10. Klasse. Bei einer Einrichtung mit so vielen Schülern hätte das Gesundheitsamt anders agieren müssen.“

Auch Regional- und Landeselternsprecher Reiner Schladweiler hat kein Verständnis für die Zurückhaltung des Gesundheitsamts. „Da sind nach der Erkrankung der ersten Lehrerin die falschen Konsequenzen gezogen worden“, ist er überzeugt. „Wenn alle Gesundheitsämter so reagieren, werden wir weitere Lockdowns bekommen, weil wir die Epidemie nicht eindämmen können.“ Letztlich sei es eine Vertrauenssache. „Wenn die Gesundheitsämter nicht aktiv werden, wem sollen wir dann trauen?“, fragt der Mann aus Temmels. „Ich erwarte als Elternvertreter vorsorgliche Maßnahmen, bevor eine Erkrankungswelle auftritt.“

 Aufgrund der neuen Erkenntnisse wird das Gesundheitsamt nun doch für alle 160 Schüler und Mitarbeiter, die in der Schule waren, Tests anbieten. Die Tests werden nach Angaben der Kreisverwaltung kurzfristig erfolgen und die Ergebnisse im Laufe der nächsten Tage erwartet. Bei den Personen, die in der Realschule plus präsent sind, können die Abstriche in der Schule entnommen werden.

Diejenigen, die momentan nicht in der Schule sind, bittet die Behörde, sich nach einer Terminvergabe im Gesundheitsamt testen zu lassen. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung stehe in engem Kontakt mit der Schulleitung und werde je nachdem, wie die Testergebnisse ausfallen, das weitere Vorgehen abstimmen. Weil die infizierte Lehrkraft in der Schule alle Hygienemaßnahmen korrekt eingehalten habe, sieht das Gesundheitsamt weiterhin keine akute Ansteckungsgefahr für Schüler und Beschäftigte.

Geschlossen wird die Schule auch nach den neuen Verdachtsfällen erst einmal nicht. „Die Entscheidung darüber trifft nur das Gesundheitsamt“, lautet die eindeutige Aussage dazu von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD).