Schüsse auf Stiefsohn: 88-jähriger Trierer muss ins Gefängnis

Justiz : Schüsse auf Stiefsohn: 88-jähriger Trierer muss ins Gefängnis

Nach Schüssen auf seinen Stiefsohn in Trier-Nord im Dezember 2018 ist ein 88-jähriger Mann aus Trier am Freitag vom Landgericht zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Das Landgericht Trier hat am Freitag einen 88-jährigen Mann aus Trier wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit vorsätzlichem Besitz und Führen einer Schusswaffe zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

Der Fall hatte im Dezember letzten Jahres für großes Aufsehen gesorgt. Der Mann soll in Trier-Nord auf seinen Stiefsohn geschossen haben, nachdem dieser mit seiner Mutter, der Ehefrau des Verurteilten, in Streit geraten war.

Der Familienstreit spielte sich am 16. Dezember, einem Sonntag, in der Küche eines Hauses in der Franz-Georg-Straße ab. Der damals 87-Jährige soll während der heftigen verbalen Auseinandersetzung zwischen Frau und Stiefsohn plötzlich ins Wohnzimmer gegangen sein, dort einen Revolver geholt und seinen Stiefsohn in die Brust geschossen haben. Dann soll der Schütze selbst den Rettungsdienst angerufen haben.

Das Opfer sei noch vor Eintreffen der Rettungskräfte wieder zu Bewusstsein gekommen und habe den Streit mit seiner Mutter fortgesetzt. Anschließend soll der Stiefvater erneut auf den am Boden liegenden 47-Jährigen geschossen haben – allerdings ohne ihn zu treffen. Der Schuss soll laut Staatsanwaltschaft in Richtung des Kopfes abgefeuert worden sein. Danach sei das Opfer aus dem Haus gelaufen, wo er auf die inzwischen eingetroffenen Rettungskräfte traf, die seine Verletzung versorgten.

Der 47-Jährige erlitt einen Steckschuss in die rechte Brustseite, durch den die Lunge verletzt wurde.

Die Staatsanwaltschaft Trier war davon ausgegangen, dass der Angeklagte zumindest billigend in Kauf nahm, dass der Stiefsohn tödlich verletzt werden könnte. Deshalb hatte sie Anklage wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und unerlaubten Waffenbesitzes erhoben.

Der 88-Jährige war vorher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er hatte sich seit dem 17. Dezember in Untersuchungshaft befunden. Das Urteil des Landgerichts Trier ist nicht rechtskräftig.

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