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Schulausbau stößt an Kostengrenze

Schulausbau stößt an Kostengrenze

Noch eine kleine Schippe drauf: Der Verbandsgemeinderat Ruwer hat eine erneute Kostensteigerung um rund 30 000 Euro beim Ausbau der Schule Gusterath zur Kenntnis nehmen müssen. Die neue Steigerung Euro betrifft nur den Anteil der Verbandsgemeinde.

Gusterath. Der Ausbau der Schule mit Mensa und Betreuungsraum ist an den Neubau des Gusterather Bürgerhauses mit einer Mehrzweckhalle gekoppelt. Die Halle kann sowohl für Veranstaltungen der Ortsgemeinde als auch für den Schulsport genutzt werden. Verbandsgemeinde (VG) und Ortsgemeinde betreiben das Gesamtprojekt in Bauherrengemeinschaft.
Ursprünglich waren die Gesamtkosten mit 2,9 Millionen Euro veranschlagt gewesen, wobei der Anteil der Ortsgemeinde für das Bürgerhaus rund 1,7 Millionen Euro betrug und der VG-Anteil 1,2 Millionen Euro. Im November 2015 kletterten die Schulausbaukosten nach einigen Erweiterungen (etwa für einen Betreuungsraum) um 400 000 Euro auf nunmehr 1,6 Millionen Euro. Die VG als Schulträgerin hatte mit der Ortsgemeinde fast gleichgezogen. Die Gesamtkosten lagen inzwischen bei 3,19 Millionen Euro. Daher wollte der VG-Rat damals die Notbremse ziehen und beschloss mehrheitlich eine Deckelung der Kosten auf maximal 3,2 Millionen Euro (der TV berichtete).
In dieser Woche wurde der VG-Rat über eine weitere Kostensteigerung informiert. Deren Gründe erläuterte Architekt Hans Jürgen Stein: Durch den im Schul-Altbau geplanten Aufzug musste das Brandschutzkonzept aktualisiert werden. Danach wird der Einbau zweier zusätzlicher Brandschutztüren erforderlich. Für den Mensabereich ist nachträglich eine Schalldämpfung durch den Einbau von Akustikdecken vorgesehen. Architekt Stein: "Dieser Einbau ist nach einer neuen DIN-Norm ab sofort erforderlich. Als wir die Baugenehmigung erhielten, gab es die Norm noch nicht. Wir hätten also auf diesen Einbau verzichten können. Aber wer weiß, wie die Sache in ein paar Jahren aussieht." Außerdem seien diese Akustikdecken kein Luxus, sondern ein Beitrag zum Gehörschutz. Mehrkosten verursacht auch die Herrichtung von Asphaltdecken im Außenbereich der Schule, die für den neuen Kanalanschluss aufgerissen werden mussten. Die Gesamtmehrkosten für die VG Ruwer bezifferte Stein auf 30 000 Euro.
Kostenaufteilung beargwöhnt


Die im November beschlossene Obergrenze rückt damit ein weiteres Stück näher. SPD-Fraktionssprecher Stefan Metzdorf forderte, die Deckelung aufzuheben, denn "wir können nicht irgendwo bei 90 Prozent Fertigstellung aufhören." Dazu Bürgermeister Bernhard Busch: "Wir werden die Diskussion darüber in einer der nächsten Sitzungen nochmals aufnehmen müssen."
Ein gewisse Schärfe in die Diskussion brachte die CDU-Fraktion, als aus ihren Reihen das System der Bauherrengemeinschaft mit getrennter Kostenaufteilung beargwöhnt wurde. Vermisst wurde eine genaue Auflistung der Kosten. Stephanie Nickels: "Da kommt der Verdacht auf, dass Kosten zugunsten der Gemeinde Gusterath der VG zugeschoben werden könnten." Dazu Günter Scherer, SPD-Ratsmitglied und Gusterather: "Unerhörte Unterstellung!" Josef Kruft (FWG) schlug vor, zur nächsten Sitzung eine Kostenaufstellung vorzulegen. Kruft: "Darin muss klar erkennbar sein, was Anteil der Ortsgemeinde und Anteil der VG ist."
Der Baufortschritt befindet sich laut Architekt Stein im Zeitplan. Derzeit würden am Rohbau die Rahmen für die Holzwärmeabdämmung installiert. Für die VG geht Bürgermeister Busch davon aus, dass der Schulausbau zum Ende der Sommerferien 2017 abgeschlossen ist.Extra

Die Sparkasse (SPK) Trier wird ihre Filialen in Kasel, Gusterath und Schöndorf schließen (wir berichteten). Auf Antrag der CDU sollte der SPK-Vorstand per Resolution aufgefordert werden, in den betroffenen Orten die Grundversorgung durch Automaten zu sichern. Von den anderen Fraktionen wurden die Schließungen ebenfalls verurteilt. Dennoch sei die Resolution wegen der eindeutigen Haltung der SPK nur "Zeitverschwendung". Schließlich wurde beschlossen, die Aufforderung nicht an den Vorstand, sondern an den Verwaltungsrat zu richten, in dem auch Mitglieder des Kreistages sitzen. Der 21 Jahre alte MAN-LKW des Bauhofs ist am Ende: Um das Vehikel über den Tüv zu kriegen, müssten fast 38 000 Euro investiert werden. Ansonsten wäre der Wagen binnen vier Wochen stillgelegt worden. Bürgermeister Bernhard Busch informierte den Rat daher über eine von ihm getroffene Eilentscheidung in Abstimmung mit dem Haupt- und Finanzausschuss. Gekauft wurde zum Preis von rund 168 000 Euro ein Neufahrzeug des Herstellers Iveco (vormals Magirus und Fiat). Ein MAN-Angebot hätte 620 Euro darunter gelegen. Dennoch erhielt Iveco den Zuschlag, weil der Anbieter bis zur Lieferung des Neuwagens im Dezember kostenlos alle nötigen Reparaturen am Altwagen übernimmt, um die Stilllegung zu verhindern. f.k.