Schulbusse: Es bewegt sich was

Schulbusse: Es bewegt sich was

Der Kreis Trier-Saarburg möchte die Bedingungen für die Schülerbeförderung verbessern: Ab Montag werden Busfahrten genau unter die Lupe genommen. Ein Formular für Beschwerden steht ab sofort unter www.trier-saarburg.de und unter www.vrt-info.de zur Verfügung.

Trier. In den vergangenen Monaten ist das Thema Schülerbeförderung auf vielen Ebenen hitzig diskutiert worden. Vereinzelt gibt es bereits Verbesserungen (der TV berichtete). Jetzt folgen weitere Taten: "Ab dem 1. September werden rund 100 Busfahrten zu den weiterführenden Schulen auf dem Hin- und Rückweg unangekündigt begleitet und detailliert untersucht werden", sagte Landrat Günther Schartz am Freitag. Die Länge der Fahrtzeiten, die eingesetzten Buskapazitäten, die Stehplatz-Nutzung, die Zeit, in der Schüler im Bus stehen müssen, die Pünktlichkeit und die technische Beschaffenheit der Busse sowie das Verhalten der Schüler beim Ein- und Aussteigen und während der Busfahrten werden unter die Lupe genommen.

Auf Empfehlung der interfraktionellen Arbeitsgruppe Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) des Kreises habe der Kreisausschuss beschlossen, die Schwachstellenanalyse in Auftrag zu geben, sagte Günther Schartz. Die Kreisverwaltung kooperiert dabei mit dem Europäischen Tourismus-Institut (ETI). Ergebnisse werden im Oktober präsentiert.

Diese Maßnahme gehört zu dem so genannten "5-Punkte-Plan", den Schartz während des TV-Forums im November 2007 in Schweich angekündigt hatte, ebenso die Einrichtung des gemeinsamen Beschwerdemanagements mit dem Verkehrsverbund Region Trier (VRT). Schartz räumte ein, dass es in der Vergangenheit Defizite in der Kommunikation gegeben habe. Ein entsprechendes Formular für Beschwerden steht ab sofort im Internet unter www.trier-saarburg.de sowie unter www.vrt-info.de zur Verfügung.

Mit den entsprechenden Daten und Angaben zu dem jeweiligen Vorfall erhalten der Aufgabenträger, die Kreisverwaltung Trier-Saarburg, der VRT und das Busunternehmen die Beschwerde. "Dann können wir den Vorfall zeitnah überprüfen und, wenn nötig, die entsprechenden Konsequenzen umsetzen", sagte Friedrich Mick von der Kreisverwaltung.

Zudem appellierten die Verantwortlichen an die Eltern und Schüler, ihre Beschwerden anzubringen. Günther Schartz: "Denn nur wenn Probleme bekannt sind, können sie auch in Angriff genommen werden."

Kurt Rodermann vom Regionalelternbeirat Trier regte an, auch einen Link für Beschwerden auf den Homepages der Schulen einzurichten. Stattgefunden haben inzwischen zudem Regionale Gespräche zwischen kommunalen Verantwortlichen, den Verkehrsunternehmen und den Schulen. Dabei ging es vor allem um das Thema Stehplatznutzung in Bussen. "An der Quote 70 Prozent wird aktuell nicht gedreht", sagte der Landrat.

Weiterer Bestandteil des "5-Punkte-Plans" war eine Überprüfung des Bushaltestellen durch den ADAC. Die konkreten Ergebnisse seien an die Verbandsgemeinden sowie an die Stadtverwaltungen weitergeleitet worden. Dort würden die möglichen Umsetzungen geprüft und in Angriff genommen. Auch appellierte Schartz an die Schulen, sich an der Initiative "BusSchule" zu beteiligen. Dabei erfahren Kinder und Jugendliche, wie sie sich im Schulbus verhalten müssen, um gefährliche Situationen auszuschließen.

Meinung

Eine Initiative, die sich lohnt

Manchmal lohnt es sich, dicke Bretter zu bohren. Ein Beispiel dafür ist die lange Debatte darüber, wie die teilweise untragbaren Zustände bei der Schülerbeförderung verbessert werden können. Erst als die Medien - besonders der Trierische Volksfreund - dieses Thema aufgriffen, kam Bewegung in die festgefahrene Situation. Einige Kommunalpolitiker stiegen als Fahrgäste selbst in die Busse und waren entsetzt. Trier-Saarburgs Landrat Günther Schartz hat Wort gehalten. Ab sofort hat jeder die Möglichkeit, Missstände anzuzeigen. Die Probe aufs Exempel folgt, ob sich dann schnell etwas verändert. r.neubert@volksfreund.de

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