Infrastruktur : Luxemburger wollen Bad in Born bauen

Auch Grundschüler aus der Verbandsgemeinde Trier-Land sollen zum Schwimmunterricht in den Sauerort gefahren werden. Noch ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern.

Deutsch-luxemburgische Gemeinschaftsprojekte haben Tradition entlang der Sauer. Es gibt gemeinsame Brücken, Feuerwehrhäuser, Kläranlagen – und in einigen Jahren womöglich auch ein Schwimmbad, das von Luxemburgern und Deutschen aus dem Grenzraum gemeinsam genutzt wird.

Auf Antrag der CDU-Fraktion befasste sich der Verbandsgemeinderat Trier-Land mit dem Bau eines Schulschwimmbads in Born, einem Ortsteil der luxemburgischen Gemeinde Rosport-Mompach. Das kommunale Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie, eine endgültige Entscheidung pro oder kontra Bau erwartet Bürgermeister Romain Osweiler im Frühjahr 2019. Er erläuterte das Vorhaben dem VG-Rat Trier-Land im Beisein des Projektleiters und eines Ingenieurs.

Die Ausgangslage Laut Verwaltungschef Osweiler wird die Zahl der Kinder im Luxemburger Osten in den kommenden Jahren zunehmen. Die Gemeinde Rosport-Mompach mit ihren 15 Ortsteilen, darunter auch Born, hat etwa 3700 Einwohner. Betriebswirtschaftlich lohne es sich zwar nicht, ein Schwimmbad zu bauen, aber: „Unsere Kinder haben zu wenig Bewegung. Es wird auch beklagt, dass viele nicht schwimmen können. Das wollen wir ändern.”

Etwa 400 Schüler aus dem luxemburgischen Grenzraum besuchten die Hallenbäder in Irrel oder Echternach, sagte Osweiler. Diese Einrichtungen seien jedoch in die Jahre gekommen, und man stehe in der Verantwortung, den Schulen etwas anderes anzubieten.

Der Standort Born verkürze die Fahrzeiten etwa um die Hälfte, außerdem sei der Ort verkehrsmäßig gut zu erreichen. Ein weiteres Plus: Das ins Auge gefasste Grundstück an der Sauer gehört der Gemeinde und bietet Platz für den Bau von Bus- und PKW-Parkplätzen. Um für ein eventuelles Jahrhunderthochwasser der Sauer gewappnet zu sein, soll die Technik in geschützten Räumen Parterre untergebracht werden. Das Schwimmbad mit Sanitärbereich befinde sich im Obergeschoss.

Die Planung Vorgesehen ist der Bau eines Schulschwimmbads, das laut Osweiler auch für eine Freizeitnutzung „in vertretbarem Rahmen” geöffnet werden soll. Fertigstellungstermin könnte Mitte 2022 sein. Born soll keine Konkurrenz zu bestehenden Bädern werden. Ausgangspunkt der Überlegungen waren zwei Größenvarianten: die kleine Lösung mit einem Becken, 11,5 mal 25 Meter groß, vier Bahnen, geeignet für 420 bis 500 Kinder pro Schulwoche, und die große Lösung mit einem 25 mal 16,6 Meter großen Hauptbecken und einem Lehrschwimmbecken mit sechs Bahnen und einer Kapazität von bis zu 1000 Schülern pro Schulwoche.

Bürgermeister Osweiler tendiert zur großen Lösung. Theoretisch könnten 52 Schulklassen pro Woche das Bad für den Schwimmunterricht nutzen. Für die Schulen in der VG Trier-Land gebe es auf jeden Fall ein Nutzungsfenster für die nächsten fünf bis zehn Jahre. In Luxemburg sind 14 bis 16 Schüler in den Klassen. Für den Sportunterricht werden meist zwei Klassen zusammengenommen. Dann entspricht das etwa der Kinderzahl einer deutschen Schulklasse mit rund 24 Schülern.

Die Reaktionen Trier-Lands Bürgermeister Wolfgang Reiland und Sprecher aller im Verbandsgemeinderat Trier-Land vertretenen Fraktionen zeigten sich hochgradig begeistert. Hier werde der europäische Gedanke Wirklichkeit, sagte Alexander Bohr (CDU). Die Frage sei nur, ob das bezahlbar sei.  Edgar Schmitt (SPD) sprach von einer Superidee, die sich hoffentlich rechne. Das Vorhaben sei ein Gewinn für beide Seiten, ein Vorzeige- und Leuchtprojekt, betonte Michael Holstein (FWG), der im kommenden Jahr die Position des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Trier-Land übernehmen wird.

Er sei gerne bereit, noch einmal in den Verbandsgemeinderat Trier-Land zu kommen und dort über die aktuelle Planung zu informieren, sagte Bürgermeister Romain Osweiler: Und weiter. „Ich hoffe, dass im Frühling die Zahlen stimmen und wir dann Planungssicherheit haben.”

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