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Schulen Integratives Schulprojekt Schweich

Schulen : Mit Hightech und Liebe zum Detail

Nächstes Jahr geht es mit dem Bau der Treverer-Schule und der Grundschule in Schweich so richtig los. Die Gebäude sind bestückt mit moderner Technik. Noch liegen die Kosten mit 41 Millionen Euro im kalkulierten Rahmen.

„Sie haben ja die Kosten im Blick?“ Artur Numrich wusste nur zu gut, dass diese von Bürgermeisterin Christiane Horsch gestellte Frage gleichzeitig als Aufforderung gedacht war, unbedingt auf die Einhaltung des Budgets zu achten.

Der Berliner Architekt plant den Neubau der Treverer-Förderschule (derzeit noch in Trier ansässig) und der Grundschule Schweich. Die Partnerschulen werden zusammen mit einer Dreifeld-Sporthalle an der Schweicher Bahnhofstraße errichtet. Kostenvolumen: 41 Millionen Euro (der TV berichtete mehrfach).

Numrich erläuterte kürzlich dem Bauherrn, das ist der Zweckverband „Integratives Schulprojekt Schweich“, die Hochbauplanung und die Haustechnik. Der Zweckverband mit den Schulträgern Kreis und Verbandsgemeinde Schweich baut nicht nur die Schulen, er wird sie auch später betreiben.

Noch bis Mitte April 2018 wird die Großbaustelle erschlossen. Die Erd- und Rohbauarbeiten sollen Anfang 2018 ausgeschrieben werden. Im Laufe des Jahres wird damit begonnen, die fünf Baukörper zu mauern. Anfang 2021 sollen Schulen und Sporthalle bezugsfertig sein.

Architekt Numrich nannte als Grund für die lange Planungsphase die komplexer gewordenen Vorschriften. Es müssten immer mehr Spezialisten eingebunden werden, damit alle Normen und Vorgaben, unter anderem im Energiebereich sowie im Brand- und Schallschutz, eingehalten werden. Auch die Barrierefreiheit erfordere viele Detailplanungen.

So wird die Förderschule beispielsweise mit einem Bewegungsbad ausgestattet. Die Sporthalle erhält eine auf die Bedürfnisse der Förderkinder zugeschnittene „Bewegungslandschaft“.

Eigene „Bücher“ gibt es laut Numrich für die unterschiedlichen Fenster- und Türentypen, die diversen Bodenaufbauten werden in „Fliesenplänen“ subsummiert. 46 Pläne im Format 1:50 füllen jetzt schon fünf Aktenordner. Im neuen Jahr kommen nach Auskunft des Architekten 73 weitere Detailpläne hinzu.

Wie aufwendig alleine die Versorgungstechnik ist, zeigte eine dreidimensionale Führung mittels Computeranimation durch die Kellerräume. Planer Heinz-Josef Joeris (Firma DTF Gebäudetechnik) nahm die Mitglieder des Zweckverbands mit auf einen virtuellen Rundgang entlang verschiedenfarbiger Leitungen.

Viele Rohre führen vom Eisspeicher in die Gebäude. Der Eisspeicher sorgt für die Wärme- und Kälteregulierung im künftigen Schulzentrum.

Der unterirdische Betonkubus von 15 Metern Breite, 25 Metern Länge und vier Metern Höhe wird mit Wasser gefüllt. In diesem Behälter sind Wärmetauschersysteme eingebaut. Eine Wärmepumpe produziert im Winter Wärme und sorgt im Sommer für die Klimatisierung der Räume.

Der Bauleiter werde später auf der Baustelle die Installateure anhand von 3-D-Modellen einweisen, sagte Joeris. Dennoch soll es noch konventionelle Pläne geben. Der Gesamtplan des 166,5 Meter langen Schulgebäudes ist im Maßstab 1:50 etwa 3,30 Meter lang.

„Wir bauen nicht nur eine Schule, es werden auch neue technische Anforderungen an unsere Mitarbeiter gestellt“, folgerte VG-Bürgermeisterin Horsch.  Es reiche halt heute nicht mehr, einen Hausmeister zu haben, der Brote für die Schulkinder schmiere.

Einstimmig beschloss der Zweckverband, die Ausschreibung auf der Grundlage der vorgestellten Pläne vorzunehmen. Auch der Haushalt für 2018 wurde beschlossen. Veranschlagt sind im kommenden Jahr 5,75 Millionen Euro. Alle Projektkosten werden nach dem Schlüssel 58,2 Prozent für den Kreis Trier-Saarburg und 41,8 Prozent für die VG Schweich aufgeteilt.

Da die Treverer-Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung (derzeit 101 Schüler) von Kindern aus der ganzen Region besucht wird, müssen sich die Kreise Bernkastel-Wittlich und Bitburg-Prüm sowie die Stadt Trier an den Baukosten von 17 Millionen Euro beteiligen. (Die zu erwartende Förderung von sieben Millionen Euro ist bei dieser Summe bereits abgezogen.)

 Blick ins Foyer (links) und in den Eingangsbereich von Treverer-Schule und Grundschule Schweich, die in Schweich neu gebaut werden. Entwurf: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin
Blick ins Foyer (links) und in den Eingangsbereich von Treverer-Schule und Grundschule Schweich, die in Schweich neu gebaut werden. Entwurf: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin Foto: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin

Maßgeblich für den regionalen Anteil ist die Schülerzahl aus den jeweiligen Bereichen.