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Schulentwicklungsplanung: Stadt Trier engagiert Beratugsbüro Sichtweise

Schule von morgen : Entwicklungsplan ohne Schulschließung

Novum in Rheinland-Pfalz: Als erster Schulträger im Land arbeitet die Stadt Trier bei der Schulentwicklungsplanung mit einem externen Beratungsbüro zusammen und veranstaltet einen Workshop.

Schulentwicklungsplanung – das klingt nach viel Bürokratie, und das war es bisher überwiegend auch. Über Prognosen zur Schülerzahlentwicklung (auf Grundlage der amtlichen Statistik und von Melderegisterdaten) versuchte auch die Stadt Trier frühzeitig zu erkennen, welche Herausforderungen mittel- bis langfristig auf sie zukommen. Sollten Einzugsgebiete neu geordnet werden, welche Investitionen sind wo nötig, was muss an Sachmitteln bereitgestellt werden?

Doch nun geht Trier einen anderen Weg. Nach dem Motto „Schulentwicklung ist mehr als die Klärung von Raumbedarf“ erfolgt die Weichenstellung für die kommenden fünf Jahre erstmals auf breiter Basis. In Zusammenarbeit mit dem Beratungsbüro Sichtweise aus Verden (Niedersachsen) organisierte sie einen großen Workshop in der Arena, um mit Eltern, Schülern, Schulleitungen und den Stadtratsfraktionen ins Gespräch zu kommen. Das nicht zuletzt vor dem Hintergrund des verpflichtenden schrittweisen Ganztagschul-Angebots ab 2026.

In dem fünfstündigen Brainstorming hätten die rund 60 Teilnehmenden „sehr viel Hirnschmalz bewegt“, resümierte „Bürgermeisterin und Schuldezernentin Elvira Garbes (Grüne) hinterher. Es seien viele gute Ideen zusammengetragen worden;  zum Beispiel, wie Schulen in der Bildungsarbeit wechselseitig voneinander profitieren könnten, berichtete Hanno Weigel, Leiter des Amtes für Schulen und Sport. Es habe auch Forderungen gegeben, etwa nach Ausweitung von Schulsozialarbeit.

Sein auf die Begleitung von Schulen und Bildungseinrichtungen spezialisiertes Beratungsbüro werde nun die zusammengetragenen Ideen und Vorschläge auswerten, verdichten und Konsequenzen ableiten, kündigte Sichtweise-Chef und Workshop-Moderator Stefan Niemann an. Ab kommendem Jahr könne sich der Stadtrat damit befassen. Niemann bezeichnete die Veranstaltung als „rundherum gelungen. Es war ein innovativer, kertaiver und hilfreicher Austausch“.

In Trier stehen 37 Schulen mit rund 16 000 Schülerinnen und Schülern in städtischer Trägerschaft. Über vielen früheren Schulentwicklungsplanungen schwebte oft das Damoklesschwert von drohenden Schulschließungen. Diesmal auch? Antwort von Bürgermeisterin Garbes: „Nein. Eher nicht.“