1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Schulerweiterung in Föhren wird zum Zankapfel

Schulerweiterung in Föhren wird zum Zankapfel

Wo ist der geeignete Platz für eine Mensa und Betreuungsräume an der Grundschule Föhren? Eltern und Lehrer wollen, dass ein Anbau aufgestockt wird. Der Schulträger favorisiert einen Neubau auf dem Schulhof.

Föhren/Schweich Die Grundschule Föhren soll um eine Mensa und zwei Betreuungsräume erweitert werden. Die Art und Weise, wie dies geschehen soll, stößt jedoch bei Eltern und Lehrern nicht auf Gegenliebe. Der Schulträger, das ist die Verbandsgemeinde Schweich, favorisiert mit Zustimmung der Schulbehörde ADD eine ebenerdige Lösung in Holzmodulbauweise auf dem oberen Schulhof. Pädagogen und Elternschaft halten dagegen die Aufstockung eines bestehenden Anbaus, in dem zwei Klassen untergebracht sind, für die bessere Lösung. Mütter und Väter haben eine Online-Petition gestartet und bereits mehr als 400 Unterstützungsunterschriften gesammelt.

Adressatin ist Bürgermeisterin Christiane Horsch. Unter ihrem Vorsitz soll der Verbandsgemeinderat Schweich am Donnerstag, 9. Februar, aktuelle Infos zum Umbau an der Föhrener Schule erhalten. Einen Schulhofanbau in Holzmodulbauweise hatte der Verbandsgemeinderat bereits am 10. Mai 2016 beschlossen.
Dass eigentlich die VG zuständig sei, das wurde am Dienstagabend im Föhrener Gemeinderat gleich mehrfach beteuert.

Die Räte waren überrascht, dass mehr als ein Dutzend Eltern und Lehrer im Besucherraum saßen. Denn der Schulumbau war kein eigener Tagesordnungspunkt, sondern wurde nur unter ferner liefen behandelt - als einer von sieben Bauanträgen, über die der Rat zu befinden hatte. So mussten die Zuhörer mehr als drei Stunden ausharren, bis der Bauantrag unter Top 6 aufgerufen wurde. Eine Entscheidung vertagte der Rat schließlich auf die nächste Sitzung am 21. Februar. Doch die Warterei war nicht umsonst; Schulleiterin Cordula Faller durfte ihre Argumente darlegen.
Eine Aufstockung, so Faller, sei optisch ansprechender, energiesparender und schränke den Platz auf dem Schulhof nicht ein. Ein dritter Schulbau störe das Gesamtbild und schaffe Bereiche, die nicht gut einsehbar seien. Zudem werde auch das Problem des offenen Laubengangs, über den die Schüler bei Wind und Wetter zur Toilette müssten, nicht gelöst. Die Toiletten würden zwar saniert, aber nicht in das Gebäude integriert. Die Schulleiterin bat um eine Kostengegenüberstellung. Ihrer Meinung nach wäre eine Aufstockung in Holzmodulbauweise für eine Mensa sowie Betreuungs- und eventuell auch Klassenräume möglich und auch nicht teurer als die Schulhof-Lösung. Der Rasen-bolzplatz, den die Gemeinde der Schule als Ausgleich für die verloren gehende Pausenfläche angeboten habe, sei keine optimale Lösung. "Der wird bald umgepflügt sein, wenn da mehr als 100 Kinder spielen", so Faller.

Laut Ortsbürgermeisterin Rosi Radant hat die statische Prüfung ergeben, dass das Flachdach nur bedingt für eine Aufstockung geeignet ist. Auch müsse ein Aufzug eingebaut werden. Eine ebenerdige Mensa sei von vorneherein barrierefrei. Radant zeigte sich überrascht: "Ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass der Widerstand groß ist. Die Entscheidung im Verbandsgemeinderat fiel vor acht Monaten, und das Thema wurde transparent behandelt."
Die Ortsgemeinde habe hier keine Befugnis, dennoch müsse jetzt ein Konsens gefunden werden, der für alle Seiten zufriedenstellend ist, sagte Matthias Wagner (SPD). Für Marita Schöller (SPD) hätte das Thema Schulanbau in den Gemeinderat gehört, schließlich gehe es um das Erscheinungsbild in Föhren. Lutz Heidrich (CDU) hätte es gefreut, wenn sich Eltern und Lehrer früher gemeldet hätten: "Jede Fraktion hat Mitglieder im VG-Rat, die das weitergeben können." Auf der Seite der Kritiker ist Josef Steffes (FWG): "Die Planung ist Stückwerk, der Schulbereich ist schon verbaut. Da steckt kein zukunftsweisendes Konzept dahinter."BAULAND-VERKAUF NOCH NICHT GEREGELT

Extra

Trotz einstündiger Diskussion und Vorberatung im Arbeitskreis konnte sich der Gemeinderat Föhren nicht auf verbindliche Vergabekriterien für den Verkauf der 73 gemeindeeigenen Grundstücke im Baugebiet "In der Acht" einigen. Nun soll das Thema in der nächsten Sitzung am 21. Februar erneut behandelt werden. Ortsbürgermeisterin Rosi Radant hatte anfangs vorgeschlagen, dass sich Bewerber nach zweimaliger Ankündigung im Amtsblatt per E-Mail auf ein Grundstück bewerben sollten. Bei mehreren Bewerbern für ein bestimmtes Grundstück solle der Zeitpunkt des Mail-Eingangs entscheiden. Junge Familien oder Föhrener zu bevorzugen, lasse der Gleichheitsgrundsatz nicht zu, hieß es im Rat.