Schulleiter erfahren von Plänen aus der Zeitung

Das von Bildungsministerin Doris Ahnen anvisierte Aus für die Hauptschulen wird in der Region mit gemischten Gefühlen gesehen. Der TV hat mit dem Trierer Schuldzernenten Ulrich Holkenbrink sowie betroffenen Schulleitern gesprochen.

Trier/Hermeskeil/Konz. (fun) "So weit die Pläne zur Abschaffung der Hauptschule bis jetzt bekannt sind, hätte das für die Stadt Trier gravierende Folgen", sagt Ulrich Holkenbrink auf Anfrage des TV. "Wir sind eine Schulstadt - ganze viele Kinder und Jugendliche wären von der Änderung betroffen." Doch bevor er das Konzept von Bildungsministerin Doris Ahnen bewerten könne, müsse das Ministerium der Stadt erst einmal konkrete Informationen zu den Plänen zukommen lassen. Dann werde in den zuständigen Gremien beraten und zu den Plänen Stellung genommen. "Ich habe die ganze Geschichte der Zeitung entnommen", sagt Holkenbrink. Und fügt kritisch hinzu, dass die Kommunikation des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums mit den Kommunen im Land künftig verbessert werden müsse.Mit seiner Kritik steht Holkenbrink nicht alleine. "Die Informationspolitik des Ministeriums fanden wir schlimm", sagt Clementine Lonquich, Schulleiterin der Theodor-Heuss-Hauptschule in Trier. Von den Plänen aus der Zeitung zu erfahren habe Lehrpersonal und Eltern gleichermaßen verunsichert. In der Sache stehe sie den Plänen jedoch positiv gegenüber. "Der Kollegenkreis hat das Gefühl, dass in Bezug auf die Hauptschulen nun endlich etwas passiert."

Irritiert ist Karl Grundhöfer: Der Leiter der Konzer Hauptschule versteht nicht, dass Ministerin Ahnen die Hauptschulen noch vor einem halben Jahr habe stärken wollen, nun aber plötzlich deren Abschaffung plant. "Bisher hat niemand ein vernünftiges Alternativkonzept parat", sagt Grundhöfer. Und Klaus Paulus, Leiter der Rektor-Bach-Hauptschule in Hermeskeil, war "vorab nicht informiert und dementsprechend überrascht". Ohne konkrete Informationen könne er keine Bewertung abgeben.