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Schulleiterin Hanne Keller will Sanierung der Egbert-Schule

Trier. Lehrerschaft und Schulleiterin Hanne Keller sprechen sich für die Sanierung der maroden Egbert-Grundschule aus. Auch CDU und Grüne favorisieren diese Lösung. Im übrigen Stadtrat formiert sich derweil eine Gegenbewegung.

Trier. Das Kollegium der Egbert-Grundschule führt pädagogische Gründe an für die Wiederinbetriebnahme der seit zweieinhalb Jahren geschlossenen Schule, deren Sanierung rund 2,7 Millionen Euro kosten soll. "Wir sehen zahlreiche Nutzen in diesem Gelände an der Olewiger Straße", erklärt Schulleiterin Hanne Keller und zählt auf: "Schule im Grünen, Schule im Wohnbezirk der Kinder, Nutzen der Stadtnähe, Kooperation mit der Kita St. Agritius, der Kirchengemeinde St. Agritius, dem benachbarten Gymnasium, Kooperation zur Tufa." Die "Schule im Park" diene als grüne Lunge für die Stadt und könne nach Unterrichtsende den Kindern Spielstätte sein. Das Gelände ermögliche den Grundschülern zahlreiche Aktivitäten im Freien.

Dass die Schule bei einer Sanierung keine zusätzlichen Räume erhalten würde, die für den Ganztagsbetrieb eigentlich vorgesehen sind, nehme das Kollegium hin, sagt Keller. Einen möglichen späteren Ausbau schließt sie allerdings nicht aus: Zusätzliche Räume wären schön und das Gelände ermögliche auch bei Bedarf bauliche Veränderungen. "Momentan wird das aber weder diskutiert, gewünscht oder gefordert", betont die Schulleiterin.
Der Fußweg zu einer anderen Schule, etwa nach Olewig, sei für Grundschulkinder gefährlich und damit unzumutbar. Dadurch, dass beim Erhalt der Egbert-Grundschule der Bustransfer zu anderen Schulen entfalle, würden zudem Kosten gespart, erklärt Keller. Buskosten fielen allerdings auch bei einer Sanierung der Schule im Viertel an. Denn der Bau einer Turnhalle ist nicht vorgesehen. Die Kinder müssten weiterhin zum Sportunterricht in eine andere Halle gefahren werden. "Aber dafür reicht etwa eine Bustour pro Tag aus", sagt Keller. Würde der komplette Schulbetrieb in einen anderen Schulbezirk ausgelagert, wären dagegen vier Busfahrten täglich nötig, eine am Morgen sowie drei am Mittag und Nachmittag - je nach Schulschluss der unterschiedlichen Klassenstufen.

Auch das schwarz-grüne Mehrheitsbündnis im Stadtrat hat sich für die Sanierung der Grundschule ausgesprochen. Die CDU war dabei nach der Koalitionsbildung im Rat auf die Linie der Grünen eingeschwenkt.
SPD, FWG und FDP sind gegen eine Sanierung im Bestand (der TV berichtete) und wollen nach anderen Lösungen suchen - zum Beispiel die Aufteilung des Egbert-Schulbezirks auf Nachbarschulen. Um im Stadtrat möglichst eine gemeinsame Linie zu vertreten, hat die SPD nun FWG, FDP und auch die Linken-Fraktion sowie die Vertreterin der Piraten im Stadtrat zu einem Gespräch eingeladen.
In der Frage um die Zukunft der Egbert-Grundschule zeichnet sich damit eine Frontenbildung in den politischen Gremien ab. Der Schulträgerausschuss trifft sich am Mittwoch, 20. April, zu seiner nächsten Sitzung. woc