Schulneubauten: Gütliche Einigung im Grundstückspoker - Teilsperrung wegen Erdarbeiten am Portishead-Kreisel
Schweich · In den Schweicher Nordwesten kommt Bewegung. Im Vorfeld der Schulneubauten und der Lebenshilfe-Projekte werden Versorgungsleitungen verlegt. Unterdessen wurde eine Enteignung der Grundstücksbesitzer abgewendet; man einigte sich im Guten.
Schweich. Alle Grundstücke, die für den Bau der Treverer-Förderschule und der Grundschule in Schweich benötigt werden, sind jetzt in der Hand des Schulzweckverbandes. Dieser Tage hat sich die Bürgermeisterin der VG Schweich, Christiane Horsch, mit den letzten Eigentümern des 3,2 Hektar großen Areals geeinigt. Darunter ist auch der größte Grundbesitzer, ein Schweicher Landwirt. Nach Auskunft von Horsch, die die Verhandlungen für die Stadt Schweich geführt hat, werden 60 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Außerdem bekommen die Landwirte anderenorts Flächen, die der Größe ihres verkauften Geländes entsprechen. Die Einigung erfolgte auf einem Sühnetermin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD). Wie berichtet, wollten einige Landbesitzer 70 Euro für den Meter Land haben statt der gebotenen 60 Euro. Doch Horsch blieb bei ihrer Marschroute, und die hieß gleiches Geld für alle. "Ich bin froh, dass es zu einer gütlichen Einigung gekommen ist", sagt die Bürgermeisterin. Jetzt verhandelt sie auf einem anderen Feld: Der Architektenvertrag mit der Berliner Bürogemeinschaft, die den Planungswettbewerb für die Schulen gewonnen hatte, muss ausgearbeitet werden. Auch müssen über europaweite Ausschreibungen noch Planer für das Tragwerk und die Haustechnik gesucht werden.
Wenn der Architektenvertrag unter Dach und Fach ist, sollen die Schulen die Möglichkeit haben, dem Planer Arthur Numrich ihre Detailwünsche mitzuteilen. Vor wenigen Tagen hat Numrich die Trevererschule in Trier und die Grundschule in Schweich besucht. Den Schulleitern und dem Schulzweckverband liegt auch eine Einladung Numrichs nach Berlin vor. "Sie können sich Objekte anschauen, die wir schon gebaut haben und sich mit hiesigen Schulleitern austauschen", sagt der Planer. Er hat schon mehrere Förderschulen gebaut, darunter eine Blindenschule.Flure werden breiter
Numrich: "Die Architektur ist wie bei einer anderen Schule auch. Es geht nicht darum, Laborzustände herzustellen. Es muss nicht überall eine Rampe sein, da soll man ruhig sehen, dass einem Rollstuhlfahrer auch mal geholfen werden muss." Fest steht, dass die Flure und Begegnungszonen im integrativen Schulzentrum großzügiger ausfallen sollen als bei dem Siegerentwurf des Wettbewerbs. Das hat Numrich den Pädagogen aus Trier und Schweich zugesagt. Als Fertigstellungstermin der beiden Schulen wird der Zeitraum 2019/2020 anvisiert.
Die derzeitigen Erdarbeiten an der Bahnhofstraße betreffen die Ver- und Entsorgung des Geländes. So wurde in den vergangenen Tagen eine Abwasserleitung unter der Kreisstraße hindurch in Richtung Ermesgraben gebohrt. Die Firma Robert Basten (Neumagen-Dhron) hat entlang der Bahnhofstraße in Richtung Portishead-Kreisel Leitungen verlegt - für Gas- Strom- und Internetanschluss. Die bevorstehenden letzten Meter bis zum Anschluss an die Gasstation an der Ecke Gewerbegebiet/Bahnhofstraße sind besondern kniffelig, weil die Ortsentlastungsstraße auf 80 Zentimeter Breite aufgerissen werden muss. Der Verkehr wird während der Arbeiten einspurig an der Überquerungshilfe vorbeigeleitet. Damit die Fahrzeuge mehr Platz haben, wird die Mittelinsel provisorisch "beigepflastert". Unterlegter Sand ermöglicht, dass das Bitumen später besser entfernt werden kann.Meinung
Begrüßenswerte Entwicklung
Dass nun auch die letzten Grundstücke im Einvernehmen den Besitzer wechseln, ist wichtig für das ganze Projekt. Sonst hätte dem integrativen Schulzentrum womöglich für immer die Hypothek angelastet, nur mit Hilfe eines Enteigungsverfahrens durchgedrückt worden zu sein. Auch die angestrebte Kooperation zwischen Planern und Schulen ist zu begrüßen. So kann manches Detail, das sich Pädagogen und Eltern zum Wohl ihrer Kinder wünschen, sozusagen auf dem kleinen Dienstweg umgesetzt werden. a.follmann@volksfreund.de