Schwanendieb schlägt erneut zu

Schwanendieb schlägt erneut zu

Erst wenige Tage alt sind die beiden Küken des Schwanenpaars auf dem oberen Mattheiser Weiher gewesen. Lange hatte die Vogelmutter gebrütet, einmal verschwand das Gelege spurlos. Nun ist auch der neue Nachwuchs über Nacht verschwunden. Der Angelsportverein (ASV) Trier-Süd und Martina Schneider sind entsetzt; sie hatten sich für einen sicheren Nistplatz eingesetzt.

Trier-Heiligkreuz. "Ich bin immer noch total schockiert!" Nicht nur bei Martina Schneider aus Trier-Weismark ist die Betroffenheit groß. "Viele Passanten regen sich darüber auf", sagt Benno Hackhausen. "Die Leute sind wie verrückt. Das versteht hier kein Mensch!" Das Vorstandsmitglied des Angelsportvereins (ASV) Trier-Süd ist sprachlos.

Noch am Montag gegen 22.30 Uhr seien die beiden Schwanenküken auf dem oberen Mattheiser Weiher geschwommen, am Dienstagmorgen gegen 8.30 Uhr hätten Spaziergänger sie nicht mehr gesehen.

Drei Monate lang war nur ein weißer Fleck auf dem Reisighaufen in der Nähe der Minigolfanlage am Weiher erkennbar. Während andere Schwanenpaare längst stolz ihren Nachwuchs präsentierten, saß das Heiligkreuzer Schwanenweibchen noch immer auf seinem Nest. "Das war ihr zweiter Versuch", sagt Hackhausen. "Die Küken waren sechs Wochen zu spät dran."

Beim ersten Brutversuch hätten sieben Eier im Nest gelegen, sagt er. Doch die Eier seien geklaut worden, ist sich auch Martina Schneider sicher, genau wie im vergangenen Jahr. Sie läuft täglich am Weiher entlang und hat die Vögel im Blick.

Nun sind auch die gerade erst geschlüpften Küken weg. "Das kann definitiv kein Fuchs gewesen sein", vermuten beide. Weder der Eier- noch der Kükendiebstahl.

"Tiere klauen nur ein Ei, aber nicht sieben in einer Nacht", sagt Hackhausen. Und die Schwäne könnten zwei Küken schützen. "Das kann kein Tier gewesen sein", glaubt er. Da müsse einer mutig gewesen sein und eventuell ein Netz dabei gehabt haben.

Das Nest der Schwanenvögel liegt relativ ungeschützt direkt am Rundweg um den Weiher. Im Frühjahr hat die Stadt - auf Initiative des ASC - einen Bauzaun errichtet, der die kleine Halbinsel mit dem Nest vom Weg abtrennt. Dort brüten die Vögel bereits im dritten Jahr. Doch schon im vergangenen Frühling hatte das Schwanenpaar keinen Nachwuchs, obwohl sie fünf Eier ausgebrütet haben.

"Der Zaun hat geholfen gegen Kinder und Hunde", meint Schneider, die sich gemeinsam mit dem ASC für eine schwimmende Nistplattform inmitten des Weihers einsetzt (der TV berichtete). Dafür hatte sie eine Sammelaktion geplant, am Weiherfest des ASV am Samstag, 1., und Sonntag, 2. August. Auch das zuständige städtische Grünflächenamt spricht sich nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben aus.

Doch das ist nun hinfällig. Hackhausen und Schneider sind hilflos: "Egal, welche Brutmöglichkeiten wir schaffen, es wird den Schwänen nicht helfen, wenn die Küken gestohlen werden."