Schwarze Schafe warten im Ausland

Schwarze Schafe warten im Ausland

Zu hohe Geschwindigkeit, schlecht gesicherte Ladung: Im vergangenen Jahr waren LKW an mehr als 17 000 Verkehrsunfällen beteiligt, 41 Menschen starben und mehr als 300 wurden schwer verletzt. Die rheinland-pfälzische Polizei hat daher einen landesweiten Verkehrskontrolltag zu den Themen "gewerblicher Güter- und Personenverkehr" veranstaltet, unter anderem an der A 64 bei Trier.

Trier. Mehr und mehr LKW sammeln sich auf dem Rastplatz Markusberg an der A 64 - heute ist Polizeikontrolle. "Wir suchen gezielt nach auffälligen LKW", erklärt Günter Scalla, Polizeihauptkommissar und Leiter des in Wittlich ansässigen Gefahrgutkontrolltrupps.

Dafür seien unter anderem erfahrene Motorradfahrer im Einsatz: "Die gehen nach der Optik und nach Intuition vor." Im Rahmen des landesweiten Kontrolltages "gewerblicher Güter- und Personenverkehr" der rheinland-pfälzischen Polizei werden LKW und Busse überprüft. Ist etwa die Ladung eines LKW nicht richtig gesichert, ist ein technischer Effekt erkennbar, ist der Fahrer vielleicht übermüdet oder unter Drogen?

Auch Verstöße gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz werden kontrolliert.

Die 35 deutschen Polizisten im Einsatz werden durch sechs luxemburgische Kollegen verstärkt: Im Rahmen des Prümer Vertrags aus dem Jahr 2005 dürfen sie in Deutschland mit kontrollieren. Einer von ihnen ist Fernand Hopp von der motorisierten Brigade Wasserbillig. Der frühere Zollbeamte ist nun als Beamter der gerichtlichen Polizei für die Kontrolle des Schwertransports zuständig. "Den Austausch und die europäische Zusammenarbeit finde ich sehr wichtig", sagt er.

Festgestellt werden in den fünf Stunden Kontrolle etwa Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten oder die Ladungssicherung. "Zweimal mussten wir die Weiterfahrt untersagen", sagt Günter Scalla.

So muss etwa der Fahrer eines spanischen LKW mit 24 Tonnen Schiefer auf zusätzliche Haltegurte zur Ladungssicherung warten, die ihm aus seinem Zielort Mayen geliefert werden. Auf ihn und den Verlader wartet ein Bußgeld.

Bei einem anderen LKW deutet ein Geräusch an der Achse auf einen technischen Defekt hin - er muss in die Werkstatt. Es gibt auch Verstöße gegen das Gefahrgutrecht: "OP-Besteck, was zur Reinigung von Luxemburg nach Trier gefahren wurde, war falsch gekennzeichnet und einmal musste die Verpackung von Explosivstoffen geschlossen werden", berichtet Scalla.

Dramatische Ereignisse? Fehlanzeige. "Das ist Alltagsgeschäft", sagt der Polizeihauptkommissar. Mehrmals im Jahr würden landesweite Kontrolltage veranstaltet, manchmal auch europaweit. "Das spricht sich natürlich innerhalb kürzester Zeit per Funk herum, dann wissen die LKW-Fahrer Bescheid.

Die schwarzen Schafe, die warten jetzt in Belgien oder Frankreich an Rastplätzen, bis die Kontrolle beendet ist." Wer vor Trier versucht, schnell die Autobahn zu verlassen, kann der Polizei allerdings trotzdem noch ins Netz gehen: Mobile Kontrollen sind zwischen Wasserbillig und Igel unterwegs.