1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Schweich: Auch der letzte Quadratmeter ist belegt

Schweich: Auch der letzte Quadratmeter ist belegt

Kaum einer kennt die Schweicher Geschäftswelt so gut wie Manfred Diederich. Zwanzig Jahre lang war er Vorsitzender des Schweicher Gewerbeverbands. Vor einer Woche gab er den Vorsitz an seinen Nachfolger Johannes Heinz ab. Beide sprachen mit dem TV über "Leerstände" in dem Unterzentrum an der Mosel.

Schweich. Offenbar ist Schweich nicht nur für Kunden eine attraktive Einkaufsstadt, sondern auch für Einzelhändler. "Wir haben fast null Leerstände", sagt Manfred Diederich. Gründe für diese "erfreuliche Situation" sieht der Ex-Vorsitzende des Gewerbeverbands darin, dass die Stärken der Stadt immer wieder herausgestellt worden seien: Dazu zählt er die vielen inhabergeführten Geschäfte und "das gut zusammengeschnittene Sortiment". Eine große Rolle spielt seiner Meinung nach auch, dass die Kommunikation zwischen Kommunalpolitikern und dem Gewerbeverband stets sehr gut war. Man habe in den politischen Gremien immer ein offenes Ohr für die Praxistipps. Zudem sei in Schweich vieles kalkulierbar. Talfahrten habe es bislang keine gegeben, aber auch keine Spitzen. "Wir haben eine relativ hohe Kaufkraftbindung", erklärt Diederich. Das bedeutet: Auf eine beständige Kundschaft und damit auf den Umsatz ist Verlass. Zum Einzugsgebiet gehört in erster Linie die Verbandsgemeinde (VG) Schweich; aber auch Käufer aus Trier, vorwiegend Trier-Ehrang, -Pfalzel und -Biewer sowie aus dem Bereich Hetzerah würden in den etwa 60 Schweicher Einzelhandelsgeschäften einkaufen. Über 70 Prozent der rund 25 000 Einwohner der VG Schweich erledigten ihre Einkaufe in der Moselstadt. Die Entstehung des Einkaufszentrums am Ermesgraben sieht Diederich sehr positiv: "Es ist eine Ansiedlung von sieben reinen Discountern, welche die Stadt weiter vorantreiben werden." Zu den neuen Geschäften wird auch ein DM-Markt gehören. "Ob der jetzige DM-Markt, gegenüber Aldi, weiter bestehen bleibt, wissen wir noch nicht." Aber Diederich hat keine Befürchtung, dass es dort zukünftig einen Leerstand geben könnte. Der Grund: die sehr gute Frequenz dort. "Mit dem Thema Leerstände werden wir uns auch zukünftig beschäftigen", sagt Johannes Heinz, Vorsitzender des Schweicher Gewerbeverbands. So etwa gebe es in dem "Ideenfindungs-Arbeitskreis" innerhalb des Gewerbeverbandes Überlegungen, weitere Geschäftszweige in Schweich anzusiedeln. "Das wird eine mittelfristige Aufgabe sein, die auch eventuellen Leerständen vorbeugen soll", sagt der Gewerbeverband-Vorsitzende.

Meinung

Kaufen ohne Parkplatznot

Der kaum meßbare Leerstand unter Schweicher Ladenlokalen hat mehrere Gründe. Die Vertreter der Geschäftswelt rücken gerne die Kundentreue, das umfassende Sortiment und den großen Zustrom aus dem Umland an erste Stelle. Diese Analyse trifft zu, zumal Schweich auch wie ein Magnet auf die Trierer Nordweststadtteile wirkt. Warum es etwa die Ehranger lieber nach Schweich zum Einkaufbummel zieht als nach Trier, hat aber noch einen weiteren Grund: In Schweich gibt es weder Parkplatzmangel noch teure Stellplatzgebühren, und keine Fußgängerzone hält Verkehr und Einzelhandel auf Distanz. Diesen Standortvorteil zu erhalten war und ist fester Konsens zwischen Stadtpolitik und Gewerbe. f.knopp@volksfreund.de