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Schweich baut Kreisel im Ermesgraben aus

Verkehr : Tschüss, rot-weißes Provisorium: Schweich baut Kreisel endlich neu

Ab Montag ist der Kreisverkehrsplatz am Ermesgraben für zwei Monate gesperrt. Der Ausbau des achtjährigen Provisoriums aus rot-weißen Warnbaken kostet weniger als gedacht.

Er galt als einer der teuersten Posten bei der Infrastruktur in Schweich in diesem Jahr: der Ausbau des Kreisels am Ermesgraben. Ab Montag, 6. Juli, wird nun gebaut. Voraussichtlich bis einschließlich 5. September ist der gesamte Bereich der Ein- und Ausfahrten zur B 53, Schweicher Straße (K 35), Isseler Straße und Im Ermesgraben für Fahrzeuge und Fußgänger deshalb gesperrt.

Die Zufahrt zum Wohngebiet Ermesgraben und zu den Einzelhandelsbetrieben in diesem Bereich ist nur noch über die K 39 möglich. Die Umleitungsstrecken sollen laut einer Pressemeldung der Stadt Schweich ausgeschildert werden, und die Bushaltestelle Am hölzernen Kreuz wird in die Bernhard-Becker-Straße auf Höhe des Wallsee-Ecks verlegt. Fußgänger und Radfahrer aus Schweich können den Ermesgraben über den Fußweg Beim Hölzernen Kreuz erreichen. Wer aus Issel kommt, kann den Kapellenweg durch die Unterführung der B 53 am Wassersportzentrum Kreusch nehmen.

Etwa 31 Prozent der Gesamtkosten des Ausbaus zahlt die Stadt Schweich. Bund (etwa 37 Prozent) und Kreis übernehmen den Rest. Stadtbürgermeister Lars Rieger sagt: „Bei der Beantragung der Mittel sind wir von wesentlich höheren Ausgaben ausgegangen, die damals auf circa 862 000 Euro geschätzt wurden.“ Schlussendlich trage die Stadt nun aber nur Kosten von etwa 161 000 Euro.

Die Aufteilung der Kosten funktioniert, weil die verschiedenen Straßen­äste des Kreisels verschiedenen Verwaltungsebenen zugehören. Für die Isseler Straße Richtung Schweich und die Straße Im Ermesgraben ist die Stadt Schweich der sogenannte Straßenbaulastträger. Die Baulast der Bundesstraße 53 trägt logischerweise der Bund, vertreten durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM). Für die Kreisstraße 35 (Schweicher Straße) ist der Landkreis Trier-Saarburg zuständig. Die Stadt habe den endgültigen Ausbau des Kreisels an die Firma Lehnen aus Sehlem für etwa 520 000 Euro vergeben, sagt Rieger.

Der Kreisverkehrsplatz Ermesgraben war 2012 nachträglich und provisorisch für 120 000 Euro angelegt worden als ein aus rot-weißen Baken bestehendes 37 Meter breites Rund. Davon hatte die Stadt die Hälfe bezahlt. Vorher als „Angstkreuzung“ bekannt, hatte der provisorische Kreisel die Unfälle dort stark reduziert. Bruno Porten, Bauingenieur in der Bauabteilung der VG Schweich, erklärt: „Als wir das Baugebiet Ermesgraben erschlossen und 2010 die Kreuzung dort gebaut hatten, war schnell klar, dass sie aufgrund des starken Verkehrsaufkommens vor allem für Linksabbieger sehr unübersichtlich und gefährlich war.“ Ab 2011 habe man dann beschlossen, den provisorischen Kreisel anzulegen. Porten: „Es hieß: Wenn der sich bewährt, bauen wir ihn richtig aus.“ Und das habe er. Seitdem das rot-weiße Provisorium da stehe, gebe es viel weniger Unfälle an der Stelle, sagt Porten.

 Standort Kreisel in Schweich-01
Standort Kreisel in Schweich-01 Foto: TV/Schramm, Johannes

Nun soll der gesamte Straßenoberbau erneuert und wiederhergestellt werden. Man möchte eine flächendeckende Entwässerungssituation schaffen und auch damit die Verkehrssicherheit optimieren. Denn aufgrund der ansteigenden Verkehrsbelastung durch die verkehrliche Erschließung des Neubaugebiets Ermesgraben seien Straßenschäden entstanden. Außerdem habe der Unterbau des Knotenpunkts langsam nachgegeben.

Erstmals soll das Innere des Kreisels dann begrünt werden. In diesem Jahr mache eine Blumenaussaat bei Fertigstellung des Kreisels Mitte August keinen Sinn mehr, erklärt Stadtbürgermeister Lars Rieger. Er sagt aber: „Neben dem Stromanschluss lassen wir auch einen Wasseranschluss in den Kreisel legen, um künftig eine stabile Wasserversorgung für Anpflanzungen aller Art sicherzustellen.“ Ob Bürger oder regionale Künstler an der weiteren Gestaltung beteiligt werden sollen, verrät Rieger nicht. Der Kreisel werde aber „funktional und ansprechend“ gestaltet.