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Schweich findet seinen Ort der Begegnung

Schweich findet seinen Ort der Begegnung

Das neue Konzept der Schweicher Stadtwoche und des Stadtfestes ist nach Ansicht der Veranstalter erfolgreich. Der Platz vor der Synagoge habe sich als zentraler Veranstaltungsort bewährt. In diesen Kontext passe auch die Weinprobe im festlichen Rahmen der Synagoge.

Schweich. (f.k.) Eine positive Bilanz der Stadtwoche und des Stadtfestes 2010 zieht Stadtbürgermeister Otmar Rössler als Vorsitzender des Vereins Stadtwoche und des Vereins Kultur in Schweich. "Mit dem Platz vor der Synagoge sind wir an der richtigen Stelle angekommen. Dies ist ein kommunikativer Treffpunkt mit engem Kontakt ", erklärt Rößler und erinnert an das Bild der vergangenen Stadtfeste. Früher sei das Geschehen über mehrere Plätze und Straßen des Schweicher Stadtkerns verteilt gewesen - die "Gäste verloren sich aus den Augen oder trafen sich erst gar nicht". Auf jeden Fall sei im kommenden Jahr die Synagoge wieder als Ort für die traditionelle Weinprobe zur Diskussion zu stellen. Dafür spreche das Ergebnis der diesjährigen Veranstaltung. Rößler: "Die laut gewordenen Bedenken haben sich - wie von mir vorhergesagt - als gegenstandslos erwiesen."

Alle 130 Teilnehmer seien begeistert gewesen von der einmaligen Atmosphäre, dem Ambiente und den dazu passenden A-capella-Darbietungen des Ensembles Riesling trifft Harmonists. "Es kommt selten vor, dass die Gäste den Erläuterungen der Winzer zu den vorgestellten Weinen bis zum Schluss aufmerksam lauschen. Aber hier war dies der Fall", sagt Rößler.

Auch ein Ort für freudige Feierlichkeiten



Unter den Teilnehmern befand sich auch der Schweicher Peter Szemere, Repräsentant der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Er hatte Anfang des Jahres die damalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, für die Ausstellungseröffnung "Jüdisches Leben in Schweich" gewonnen (der TV berichtete). Szemere bezeichnet die Weinprobe in ihrer dargebotenen Form als "akzeptabel an diesen Ort" - dies habe auch für den dazu gewählten musikalischen Rahmen gegolten. Die Schweicher Synagoge sei zu einer Kulturstätte geworden. Auch die Juden feierten an ihren frohen Festtagen selbst durchaus lustige Feste in ihren Synagogen, sogar mit Wein und Tanz. Und zu bestimmten Feststagen würden etwa in der Trierer Synagoge auch koschere Weine zum Kauf angeboten.

Meinung

Schweich sammelt Pluspunkte

Die neue Konzeption des Schweicher Stadtfestes ist gelungen. Wer an den beiden Tagen den Festplatz vor der Synagoge aufsuchte, verspürte sofort die gesellige Atmosphäre. Die langezogene Festmeile entlang der Brückenstraße - einst ein "Schlauch", der die Kommunikation hemmte - gehört der Vergangenheit an. Nicht erfüllt haben sich die Bedenken gegen die Weinprobe in der Synagoge. Mit großen Fingerspitzengefühl hat der Verein Kultur in Schweich die Veranstaltung arrangiert. Heraus kam ein Konzept für die Freunde guten Weins in gepflegtem Ambiente und ohne Gefahr, als Humtata-Gaudi auszuufern. Die Kritiker dürften verstummen. Und Schweich hat in diesen Tagen wieder Pluspunkte gesammelt. f.knopp@volksfreund.de