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Schweich sieht Markt in Föhren kritisch

Schweich sieht Markt in Föhren kritisch

Künftig müssen weniger Menschen nach Schweich fahren, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Nach Longuich entstehen nun auch Supermärkte in Hetzerath und Föhren. Der Stadtrat Schweich ist alarmiert.

Schweich/Föhren. Das Leben könnte für Schweichs Kommunalpolitiker so schön sein. Über Jahre hinweg hat sich die noch junge Stadt - erst 1984 gab es die Stadtrechte - gemausert. Inzwischen gibt es dort zwei Gymnasien, innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Einwohner um 200 gestiegen. Wäre da nicht der Ärger mit dem Grundzentrum, der in der jüngsten Stadtratssitzung für Diskussionen gesorgt hat.
Anders als alle anderen etwas größeren Städte in der Region ist nämlich Schweich kein Mittelzentrum. Laut Definition ist das ein Ort, der aufgrund seiner Infrastruktur im Vergleich zur näheren Umgebung eine höhere Bedeutung hat. Verbunden mit dem Status als Mittelzentrum ist unter anderem auch die Möglichkeit, Gebiete für großflächigen Einzelhandel auszuweisen. Denn ein Ort mit zentraler Funktion ist Anziehungspunkt für viele Menschen. Und die müssen irgendwo einkaufen können.
Nun droht Ungemach aus der Nachbarschaft. Denn Föhren und Hetzerath sollen künftig ein sogenanntes kooperierendes Grundzentrum werden. Die Folge: In Hetzerath hat der Bau eines neuen Supermarkts begonnen, in Föhren soll einer gebaut werden (siehe Extra). Im Rahmen des Verfahrens werden auch Räte der Nachbargemeinden gehört.
An dieser Stelle kommt nun der Stadtrat ins Spiel. Dort haben es Redner gar nicht gern gesehen, dass die Nachbarn einen Supermarkt bauen wollen. Denn dieser wird Kunden abziehen, die sonst nach Schweich fahren. Besonders wurmt es die Stadträte, dass sich die Föhrener vorstellen können, dass der neue Markt insgesamt 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche haben kann. Das ist dann doch des Guten ein wenig zu viel. 800 Quadratmeter, wenn es denn sein muss, 1200 geht gar nicht. "Das lassen wir nicht zu", hieß es. An dieser Stelle musste Armin Kopp von der Verbandsgemeindeverwaltung Schweich eingreifen. Er gab zu bedenken, dass die Schweicher den Föhrenern nichts zu verbieten haben. Denn aus raumordnerischer Sicht stehen beide Orte auf der gleichen Stufe. Sie sind Grundzentren.
Die Schweicher einigten sich am Ende der Diskussion darauf, gute Nachbarn zu sein. Deshalb gaben sie ihre Zustimmung zu den Föhrener Plänen. Und sie verzichteten auf einen Zusatz zum Beschluss, der ursprünglich vorgesehen war. Der besagte, dass die Schweicher Bedenken gegen die Erweiterung des Supermarkts von 800 auf 1200 Quadratmeter haben. har
Extra

5000 Quadratmeter groß ist die Fläche in der Bekonder Straße in Föhren (oberhalb Anwesen Krones), auf der ein Lebensmittelmarkt errichtet werden soll. Geplant ist eine Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern. Eine Erweiterung des Sortiments und der Verkaufsfläche soll möglich sein. har